Der heutige Tag markiert den diesjährigen Earth Overshoot Day – auch Erdüberlastungstag genannt. Wir haben heute so viele natürliche Ressourcen verbraucht und CO₂ ausgestoßen, wie alle Ökosysteme unseres Planeten innerhalb eines Jahres erneuern bzw. aufnehmen können. Letztes Jahr war dieser Tag am 24. Juli erreicht, also schon 6 Tage früher.
Der Earth Overshoot Day ist vergleichbar mit dem Tag, an dem unser Konto ins Minus gerät, obwohl noch eine fast die Hälfte des Monats über ist.
Bezeichnend ist, dass wenn alle Menschen so leben würden wie wir in Deutschland, die Erde bereits seit dem 10. Mai überlastet wäre.
Daher ist es wichtig sich vor Augen zu führen welche Lösungen es gibt: bewusster konsumieren, weniger Auto fahren und sich klimabewusster ernähren sind einige individuelle Lösungen, die wir alle in Betracht ziehen können.
Doch vieles davon ist gar nicht so einfach. Wie soll man weniger Auto fahren, wenn der Bus einfach nicht kommt, der nächste Bahnhof 20 Minuten mit dem Auto entfernt ist und sichere Radwege fehlen? Klimabewusste Ernährung erfordert finanzielle Ressourcen. Bio und Fairtrade Produkte sind meist teurer. Dazu kommen die Fragen was besser ist: die in Plastik eingeschweißte Bio-Gurke oder die unverpackte konventionelle? Lieber konventioneller Brokkoli vom Bauern um die Ecke oder der Bio-Brokkoli aus Spanien? Individuelle Lösungen und die Verantwortung einzelnen zuzuschieben kann also nicht die Lösung sein.
Was es daher wirklich braucht, ist ein Wandel hin zu einem klimagerechten, sozialverträglichen und ökologischen System. Mensch und Natur müssen an erster Stelle stehen, nicht die Profite einiger großer Konzerne. Für Landwirtschaft und Ernährung lässt sich das mit dem Konzept Agrarökologie umsetzen. Agrarökologie ist ein ganzheitlicher Ansatz mit dem Ziel durch eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft Ernährungssouveränität zu erreichen. Unter anderem soll die kleinbäuerliche und ökologische Landwirtschaft gestärkt werden, um weniger CO₂ auszustoßen. Außerdem ist ein wichtiger Punkt der Agrarökologie die Förderung von Biodiversität, was zu resilienteren Ökosystemen führt. Letztlich kann mit der Umsetzung des Konzepts Agrarökologie eine nachhaltige Zukunft für uns und alle folgenden Generationen erreicht werden, in der der Erath Overshoot Day erst später im Jahr oder gar nicht erreicht wird!
Hier können Sie mehr über den Earth Overshoot Day erfahren
