Die neue Ausgabe der Weltsicht (Zeitung der Initiative Solidarische Welt e.V. des Weltladen Marburg) ist letzten Monat erschienen. Mit darin ist auch ein Beitrag von unserem Referenten Roman Herre zum Menschenrecht auf Nahrung. Er erklärt anschaulich, warum steigende Produktionsmengen in den letzten Jahrzehnten nicht zu weniger Hungernden geführt haben und wie sich unser Agarsystem immer weiter von seiner eigentlichen Aufgabe – Menschen zu ernähren – entfernt.
Nach Angaben der Vereinten Nationen leidet fast ein Zehntel der Weltbevölkerung unter chronischem Hunger. Unser Welternährungssystem ist dominiert von einer Handvoll industriell angebauten Agrargütern, die immer weniger für die Ernährung der Menschen genutzt werden. Zudem führt dieses System zu Landraub und Umweltzerstörung, welche wiederum den Hunger befeuert. Trotz dieser Zusammenhänge dominiert bis heute die Illusion, wir könnten mit mehr industrieller Produktion den Hunger bekämpfen. Aber Hungerbekämpfung ist politisch und nicht technisch. Das Menschenrecht auf Nahrung bietet dafür eine wichtige völkerrechtliche Grundlage.
Die Zahl der schwer Hungernden ist in den letzten zehn Jahren um über 120 Millionen gestiegen – von rund 552 Millionen auf 673 Millionen chronisch unterernährter Menschen. Insgesamt 2,3 Milliarden Menschen sind von „mittlerer bis schwerer Ernährungsunsicherheit“ betroffen (Alle Zahlen: FAO (2025) State of Food Security and Nutrition in the World 2025). Doch wie kann das sein? […]
– Roman Herre
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