Die dritte FoodFirst-Ausgabe des Jahres 2026 ist erschienen mit dem Schwerpunkt: „Hirtenvölker sind Teil der Lösung – Pastoralismus schützt Böden, Klima und Ernährung“
Den Leitartikel von Rufo Roba Compagnone (Pastoralistin), Sabine Dorlöchter-Sulser (Misereor), Ilse Köhler-Rollefson (Gründerin der Liga für Hirtenvölker) und Bhavana Kuchimanchi (Forschungs- und Strategieverantwortliche) können Sie bereits jetzt online lesen. Im Artikel wird beleuchtet wie die Rechte von Pastoralist*innen besser geschützt werden können. Hirtengemeinschaften halten Ökosysteme intakt, produzieren Lebensmittel und sind wichtig für die nationalen Wertschöpfungen und Export. Außerdem ist diese Form der Weidehaltung – ganz im Gegensatz zur industriellen Tierhaltung – klimaneutral. Und obwohl Pastoralisten- und Bauerngemeinschaften sehr häufig in enger Kooperation, wird dies von Medien oft anders dargestellt. Auch schützen Regierungen Hirtenvölker nicht immer gut genug.

„Ich bin beim Thema Pastoralismus befangen! inspiriert von einen Jugendfilm über einen Jungen aus Lappland war mein allererster Berufswunsch „Rentierzüchter in Lappland“.
Jetzt habe ich das Glück, mich durch meine Arbeit sehr viel mit den Maasai aus Tansania austauschen zu können. Ich lerne täglich dazu. Zum Beispiel betonen die Maasai ihre „strategische Mobilität“ als Kern ihrer halbnomadischen Weidehaltung: Sie weichen den Wildtierwanderungen aus, bewegen sich über „Salzleckstellen“ und reagieren auf Trocken- und Regenzeiten, indem sie Weideflächen und Wasserstellen solidarisch teilen und spezielle Reserveflächen beachten. Vor kurzem habe ich eine Überschrift gelesen, die diese Lebensweise wunderbar zusammenfasst: „Hirten verwandeln Vielfalt in Nahrung“. Das ist es, was sie leisten – weil sie in der Natur und vor allem mit ihr und ihren Veränderungen leben. Dies sind natürlich auch herausragende Fähigkeiten im Umgang mit dem Klimawandel.
Aber unsere Arbeit verlangt immer wieder eine hohe Frusttoleranz. Das hat viel mit sich verfestigten und immer wieder instrumentalisierten Vorurteilen gegen Weidehaltung und Wanderhirten zu tun. Dem soll das von den Vereinten Nationen ausgerufene „internationale Jahr der Weidelandschaften und des Hirtentums“ entgegenwirken. Über viele Aktivitäten das ganze Jahr über soll die Bedeutung von und das Verständnis für Pastoralist*innen erhöht werden. Zum Höhepunkt, der großen internationalen Versammlung der Hirtenvölker in der Mongolei im August, konnten wir die Teilnahme eines Maasai-Sprechers unterstützen. Auch mit unserem Schwerpunkt zum Thema möchten wir einen kleinen Beitrag dazu leisten. Ich wünsche eine gute Lektüre!“
Roman Herre, Agrarreferent FIAN
In dieser Ausgabe von FoodFirst erfahren Sie mehr über die Rolle die Hirtenvölkern beim Klimaschutz und der Ernährungssicherung zukommt. Konkret wird es am Beispiel Mongolei. Lesen Sie wie traditionelle Namadenfamilien in der monogolischen Steppe leben und welchen Beitrag sie zum Ernährungssystem leisten. Auch gibt es einen Bericht zum Pastoralismustreffen mit rund 400 Teilnehmenden in der Mongolei. 6 Jahre lang versuchte der Palmölkonzern FIAN Belgien und andere NGOs durch Verleumdungsklagen einzuschüchtern, der Konzern verlor den Prozess. Die NGOs wehren sich nun juristisch. Eine weitere gute Nachricht: der Wandel des Justizsystems in Guatemala.
Weitere Themen im Heft
Deutschland: Grundsicherung gefährdet Recht auf Nahrung; Bildungsarbeit: Ausstellung von FIAN auf Deutschlandtour; Brasilien: Schulverpflegung stärkt Familienbetriebe.
Neugierig geworden? Das FoodFirst-Magazin können Sie hier abonnieren. Oder sichern sie sich ein kostenloses Probeexemplar in gedruckter Form. Schreiben Sie einfach eine Mail an info@fian.de.
P.S.: Heft 2/2026 mit dem Schwerpunkt „Frauen ernähren die Welt: Bäuerinnen kämpfen weltweit für ihre Rechte, Ernährungssouveränität und ein Leben in Würde“ ist ab jetzt hier kostenlos verfügbar. Alle weiteren älteren Ausgaben finden sich ebenfalls zum kostenlosen Download im FoodFirst Archiv.
