FIAN Deutschland
FIAN DeutschlandMit Menschenrechten gegen den Hunger
22.09.2014

Unheilige Allianz gefährdet Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

Ein Bündnis aus 91 zivilgesellschaftlichen Organisationen (darunter FIAN) kritisiert die G8-Initiative „Neue Allianz für Ernährungssicherheit“ scharf. Unter dem Deckmantel der Armutsbekämpfung werden Konzerninteressen befördert und Konzernmacht verfestigt. Die „Neue Allianz“ diskriminiert kleinbäuerliche, vielfältige und nachhaltige Ernährungssysteme, die das eigentliche Potenzial für Ernährungssicherung in Afrika darstellen.

Die Neue Allianz für Ernährungssicherheit entsprang dem G8-Gipfel 2012 und stellt sich das Ziel, bis 2022 insgesamt 50 Millionen Menschen in Sub-Sahara-Afrika aus der Armut zu befreien. Mehr private Investitionen in die Landwirtschaft sollen dies möglich machen. Die Neue Allianz ist eine Initiative der G8-Staaten und weiterer Geberländer, einiger afrikanischer Regierungen und der internationalen Agrar- und Lebensmittelindustrie. Kern der Neuen Allianz sind Kooperationsabkommen, in denen sich bislang zehn afrikanische Länder zu zeitlich gebundenen Reformmaßnahmen verpflichten, die Investitionsbedingungen zugunsten privater, kommerzieller Investitionen in die Landwirtschaft verbessern.

Mehr als zwei Jahre dem Start der Neuen Allianz für Ernährungssicherheit (Neue Allianz) ist kein Fortschritt feststellbar. Ganz im Gegenteil gefährdet die Neue Allianz die Ernährungssicherheit und behindert die Durchsetzung des Rechts auf Nahrung in Afrika. Es ist nicht abzusehen, wie die Neue Allianz ihren eigenen Anspruch einlösen will, die afrikanische Bevölkerung aus der Armut zu heben. Das Versprechen, die „ganze Macht des Privatsektors“ zu mobilisieren, scheint hingegen zu gelingen.

Nun fordern 91 zivilgesellschaftliche Organisationen aus den G8-Ländern in einer gemeinsamen Erklärung ihren Regierungen, die Förderung der internationalen Agrar- und Lebensmittelindustrie zu stoppen und stattdessen bäuerliche Nahrungsmittel-ErzeugerInnen im globalen Süden zu unterstützen. Deutsche Organisationen fordern die Bundesregierung auf, ihre G7/8-Präsidentschaft in 2015 zu nutzen, um die Neue Allianz grundlegend zu reformieren oder sich aus ihr zurückzuziehen.

Die vollständige Stellungnahme der Zivilgesellschaft aus den G7/G8-Staaten zur Neuen Allianz für Ernährungssicherheit finden Sie HIER.

Die Englische Version finden Sie HIER.

Die begleitende Pressemitteilung des Forums Umwelt und Entwicklung finden Sie HIER.