FIAN Deutschland
FIAN DeutschlandMit Menschenrechten gegen den Hunger
07.12.2015

Neue Gastkolumne in der Frankfurter Rundschau

Hunger, Verteilungsgerechtigkeit und die Rolle der staatlichen Entwicklungszusammenarbeit.

Gastkolumne der Frankfurter Rundschau

In der Wirtschaftskolumne "Gastwirtschaft" der Frankfurter Rundschau erscheinen in diesem Jahr mehrere Beiträge von FIAN-Referent*innen. Den Anfang machte Ende Januar der Beitrag "Hungern im Überfluss" von FIAN-Agrarreferent Roman Herre. Herre erläutert darin, warum der Hunger in der Welt nicht durch eine höhere Nahrungsmittelproduktion zu lösen ist: während Menschen hungern, werden hochwertige Nahrungsmittel als Agrartreibstoffe oder Mastfutter eingesetzt, gedankenlos weggeworfen oder gar gezielt vernichtet.

Am 03. März erschien der Beitrag "Marginalisiert und ausgebeutet" von FIAN-Geschäftsführerin Ute Hausmann. Hausmann zeigt darin auf, wie staatliche Entwicklungszusammenarbeit KleinbäuerInnen und LandarbeiterInnen zum Nutzen von Agrar- und Chemiekonzernen instrumentalisiert. Die über viele Jahre ignorierten KleinbäuerInnen und LandarbeiterInnen werden dadurch weiter marginalisiert und ausgebeutet, ihre prekäre Ernährungssituation nicht verbessert sondern verschärft.

In seinem Beitrag "Legitime Akteure" vom 15. April fordert FIAN-Referent Roman Herre anlässlich des Tages der Landlosen eine Kehrtwende staatlicher Entwicklungspolitik. Darin argumentiert er, dass Basisbewegungen wie La Via Campesina aufgrund ihrer hohen Legitimität eine zentrale Rolle in der Entwicklungspolitik einnehmen müssen. Denn obwohl die Bedeutung der Zivilgesellschaft allgemein anerkannt wird, ignoriert die Entwicklungspolitik  meist diese sozialen Bewegungen und ihre Forderungen - zugunsten der Privatwirtschaft.

Am 17.Juni erschien der Beitrag "In der Sackgasse". Darin erklärt FIAN-Referent Roman Herre, warum die Idee der Landwirtschaft als Motor der Armuts- und Hungerbrkämpfung in der heutigen Entwicklungspolitik keine Legitimität besitzt. Denn eine Politik, die verstärkt auf Kooperationen mit Agrarkonzernen und einem Strukturwandel nach westlichem Vorbild setzt, irgnoriert die Realität eines neuen globalen Trends: dem Wirtschaftswachstum ohne positive Arbeitsplatzeffekte.

Unter dem Titel "Wahres Armutszeugnis" erschien am 28.Juli der Beitrag von FIAN-Geschäftsführerin Ute Hausmann. Darin berichtete sie von dem ersten Treffen der Arbeitsgruppe des UN-Menschenrechtsrats für ein verbindliches Abkommen über menschenrechtliche Verpflichtungen von Unternehmen. Fragwürdig erscheint dabei das Verhalten der deutschen Bundesregierung, die gar nicht erst an dem Treffen teilnahm, sowie eines EU Vertreters, der versuchte den Ablauf des Treffens zu stören. Es entsteht der Eindruck als stünden hier Wirtschaftsinteressen über Menschenrechten.

In der Kolumne "Privatisierung schadet der Entwicklungshilfe" vom 7.September 2015 zeigt diesmal FIAN-Referentin Gertud Falk auf, wie der Trend zur Einbeziehung privatwirtschaftlicher Akteure in die Entwicklungszusammenarbeit oftmals zum Gegenteil der vorgegebenen Ziele führt. Zunehmend werden Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit an private Konzerne vergeben. Doch während die Regierungen der Empfängerländer zu strukturellen Änderungen verpflichten werden, müssen Unternehmen nicht mehr als eine unverbindliche Willenserklärungen abgeben.

Die neue Kolumne "Demokratie als Aulaufmodell" von FIAN-Referent Roman Herre erschien am 20. Oktober 2015. Er berichtet darin über das Phänomen, dass Konzerne zunehmend Einfluss auf politische Entscheidungsprozesse gewinnen. Dadurch werden die unterschiedlichen Rollen und Verantwortlichkeiten, die Staaten und Konzerne innehaben, außer Acht gelassen. Nicht gewählte Akteure nehmen Einfluss auf die Politk, demokratische Prinzipien werden zum Auslaufmodell erklärt.

Am 3.Dezember 2015 erschien die neue Gast-Kolumne "Seit Jahren die gleichen Fehler." Sie beschäftigt sich diesmal mit der Rolle der Frauen im Kampf gegen Hunger. Denn Entwicklungsorganisationen sschreiben ihnen zunehmend eine Schlüsselrolle in der Hungerbekämpfung zu. Gleichzeitig sind jedoch seit Jahrzehnten 60 Prozent der Hungernden Mädchen und Frauen. An dieser Quote hat sich trotz der internationelen Bemühungen nicht viel verändert. FIAN-Referentin Gertrud Falk beschreibt in ihrem Beitrag die grundlegenden Fehler, die zu oft wiederholt wurden.