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FIAN Deutschland
FIAN DeutschlandMit Menschenrechten gegen den Hunger
06.02.2017

Nepal: Flutopfer erneut vertrieben


Nepal: Neuerliche Vertreibung schafft unnötiges Leid

Am 1. Februar wurden – auf Anweisung des zuständigen Waldnutzungsamtes des Banke Distrikts - 23 Notunterkünfte im Durgamata-Gemeindewald zerstört. Die BewohnerInnen wurden dadurch erneut wohnungslos. Der Grund liegt offenbar im unkoordinierten Handeln verschiedener nepalesischer Behörden.

Die 23 betroffenen Haushalte gehören zu einer weitaus größeren Gruppe aus insgesamt 266 Haushalten, denen der Gemeindewald als Übergangslösung zur Siedlung zugewiesen wurde. Die Menschen stammen ursprünglich aus den Gebieten Gangapur und Holiya und mussten ihr Zuhause aufgrund von Überschwemmungen verlassen. Die Überschwemmungen wiederum sind auf den Bau des Laxmanpur Staudamms in Indien zurückzuführen. Das Infrastrukturprojekt hat für Tausende in Nepal und auch in Indien selbst zu Not, Vertreibung und Obdachlosigkeit geführt.

Das zuständige staatliche Katastrophenhilfekomitee hatte den Menschen die Übergangslösung erst im August 2016 zugewiesen. Eine längerfristige Lösung wurde den Betroffenen bisher nicht angeboten. Gleichzeitig wird ihnen nun jedoch durch das Waldministerium die illegale Besiedlung des Gemeindewaldes angelastet. Das Ministerium begründet die Räumung damit, man habe 15 Tage zuvor ein Ultimatum gestellt, die „illegale“ Siedlung zu verlassen. Der Sprecher der betroffenen Gruppe, Jagadish Bahadur Singh, führt dazu aus: „Die Menschen haben sich diese Übergangssiedlung im Gemeindewald nicht ausgesucht. Sie mussten ihr Land verlassen und sind auf der Suche nach Sicherheit. In dieser Situation hat die Distriktverwaltung die Ansiedlung innerhalb des Waldes erlaubt. Bevor keine andere und langfristige Lösung für die Menschen gefunden ist, kann keine Behörde eine Räumung und Vertreibung rechtfertigen.“

Zwischenzeitlich wurde die Räumung aufgrund der Proteste zunächst gestoppt. Die Vertriebenen haben sowohl das Distriktamt wie auch die Nationale Menschenrechtskommission mit der Bitte um Unterstützung angesprochen. FIAN hatte sich zuletzt im November 2016 im Rahmen einer Erkundungsreise ein umfassendes Bild vor Ort im Distrikt Banke gemacht, steht in stetigem Kontakt zu verschiedenen Gruppen, die vom Bau des Staudamms betroffen sind, und unterstützt diese in ihren Forderungen gegenüber der Regierung.

weitere Informationen
:
FIAN-Recherche zur Ernährungssituation im nepalesisch-indischen Grenzgebiet