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FIAN Deutschland
FIAN DeutschlandMit Menschenrechten gegen den Hunger
10.11.2017

FIAN-Gruppen aus 25 Ländern diskutieren Strategie der kommenden Jahre

Dr. Sarba Raj Khadka zum neuen Präsident von FIAN International gewählt


Sarba Khadka, neuer Präsident von FIAN International/ Auftaktveranstaltung mit der nepalesischen Menschenrechtskommission (Fotos: Alex del Rey)


Anlässlich des alle drei Jahre stattfindenden Strategie-Treffens von FIAN International versammelten sich fünfzig Delegierte aus fünf Kontinenten vom 31. Oktober bis zum 4. November in Kathmandu (Nepal). Thema der Beratungen waren die aktuellen Herausforderungen zur Durchsetzung des Rechts auf Nahrung, der zunehmende Einfluss multinationaler Unternehmen auf Politik und Gesellschaft sowie die organisatorische Fortentwicklung von FIAN. An den Beratungen nahmen 17 FIAN-Sektionen sowie VertreterInnen von „seed groups“ teil, die noch keinen offiziellen Rechtsstatus besitzen (darunter Pakistan, Paraguay, Haiti, Sambia und Sri Lanka). Nach der Verabschiedung eines neuen Strategieplans wurde Dr. Sarba Raj Khadka von FIAN Nepal zum neuen Präsident von FIAN International gewählt. Sarba tritt die Nachfolge der langjährigen Vorsitzenden Anita Klum aus Schweden an.

Neue und altbekannte Herausforderungen
Im Mittelpunkt der Beratungen stand die zunehmende Einflussnahme von transnationalen Unternehmen auf Ernährungssysteme und Politik – auch bekannt als “corporate capture” –, durch die Demokratie und das UN-Menschenrechtssystem bedroht werden. Durch die zunehmende Kontrolle elementarer Ressourcen wie Land, Saatgut, Nahrung und Wasser durch Konzerne rückt ein freier und demokratischer Zugang zu diesen Ressourcen immer weiter in die Ferne. Während sich Regierungen von menschenrechtlichen Verpflichtungen zurückziehen, nehmen autoritäre und repressive Regime zu. Dies verengt den politischen Spielraum der Zivilgesellschaft und führt zu zunehmender Kriminalisierung sozialer und politischer Kämpfe - ebenso wie zu der erschreckend häufigen Straflosigkeit von Menschenrechtsverletzungen.

Strategie für schwierige Zeiten
Vor diesem Hintergrund haben FIAN International und die Sektionen aus aller Welt einen neuen Strategieplan erarbeitet, auf dessen Basis die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung in nachhaltigen und lokalen Nahrungssystemen erreicht werden soll. Zu den Zielen der kommenden Jahren gehören die Stärkung ländlicher Bevölkerungsgruppen in Bezug auf Ernährung und natürliche Ressourcen sowie die Bekämpfung von Klima- und Umweltzerstörung. Hierbei ist die Mitwirkung von FIAN an verbindlichen Mechanismen zur Regulierung von Konzernen von entscheidender Bedeutung. Hand in Hand mit diesem Ziel wird FIAN daran arbeiten, die Demontage von Demokratie und Menschenrechten sowie die Kriminalisierung von sozialen und politischen Kämpfen zu beenden.

Neuer Präsident
Nach mehr als sechs Jahren außergewöhnlichen Einsatzes ist die Präsidentschaft von Anita Klum zu Ende gegangen. „Anita hat sich leidenschaftlich dafür eingesetzt, unsere Sektionen zu stärken und unsere internen Strukturen partizipatorisch zu gestalten. Hierin ist ein Grund zu sehen, warum viele neue Gruppen FIAN beitreten wollen", so Sofia Monsalve, Generalsekretärin von FIAN International. Der neu gewählte Präsident, gleichzeitig Generalsekretär von FIAN Nepal, ist seit vielen Jahren im Vorstand von FIAN International aktiv. Er übernimmt das Amt in einer Zeit, in der Menschenrechtsbewegungen auf dem asiatischen Kontinent wachsen – jedoch oftmals auch stark unter Druck stehen. „Ich fühle mich sehr geehrt und freue mich darauf, einen Beitrag zur Unterstützung der Kämpfe für das Recht auf Nahrung zu leisten, unter der Prämisse unserer Strategie, die Macht von Konzernen zu brechen und gleichzeitig die Selbstbestimmung der Menschen zu stärken", so Sarba Khadka.

Hier finden Sie die Fotogalerie der Delegierten des Strategietreffens. Fotos der TeilnehmerInnen finden Sie hier.