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FIAN Deutschland
FIAN DeutschlandMit Menschenrechten gegen den Hunger

Satte Menschen statt satte Gewinne: Für freies Saatgut!

© Mohan Damotharan
© Mohan Damotharan

Saatgut ist der Ursprung unserer Nahrung. Neben Wasser und Land ist Saatgut die grundlegende Ressource zur landwirtschaftlichen Erzeugung von Lebensmitteln. Der ungehinderte Zugang zu Saatgut für BäuerInnen und SelbstversorgerInnen ist daher Grundvoraussetzung für die Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung.

Seit Menschen Landwirtschaft betreiben, entwickeln sie Saatgut weiter, passen es den örtlichen Gegebenheiten an, tauschen und bewahren es. Die Vielfalt des Saatguts und damit der Nutzpflanzen wird daher als kulturelles Erbe der Menschheit betrachtet. Mit dieser informellen, bäuerlichen Praxis wird weltweit zwar noch 70 bis 80 Prozent des genutzten Saatguts erhalten und zur Verfügung gestellt. Sie ist aber zunehmend durch Konzerninteressen bedroht.

Agrar- und Chemiekonzerne strecken ihre Hände nach Saatgut aus

Bäuerlicher Zugang zu Saatgut wird immer stärker durch die kommerziellen Interessen weniger Saatgut- und Chemiekonzerne bedroht und verhindert. Weltweit kontrollieren nur zehn Konzerne 75 Prozent des kommerziellen Saatgutsektors. Fünf von ihnen sind auch unter den Top 10 der Chemiekonzerne zu finden, die Düngemittel und Pestizide verkaufen. Eine Folge dieser Konzentration von Saatgut in den Händen weniger Konzerne ist der Rückgang der Nutzpflanzenvielfalt.

Instrumente zum Schutz Geistigen Eigentums stärken Unternehmen

Agrarkonzerne kontrollieren einen immer größeren Anteil des weltweiten Saatguts, indem sie es sich entweder als geistiges Eigentum patentieren lassen oder durch den inzwischen etablierten Sortenschutz Geld für dessen Nutzung und Wiederverwendung verlangen können. Das internationale Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums (TRIPS), das unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) beschlossen wurde, sowie der internationale Vertrag zum Sortenschutz UPOV bieten dafür die Grundlage. Berücksichtigt wird in diesen Abkommen nicht, dass die Grundlagen neuer Sorten kleinbäuerlicher Landwirtschaft der letzten Jahrtausende entstammen. Bauern und Bäuerinnen werden durch diese Abkommen in Abhängigkeit von Konzernen gebracht, da ihr traditioneller Umgang mit Saatgut unterbunden und kriminalisiert wird.

Staaten in die Pflicht nehmen - Konzerne in die Schranken weisen

In Artikel 1 des UN-Sozialpakts ist unmissverständlich formuliert: „In keinem Fall darf ein Volk seiner eigenen Existenzmittel beraubt werden.“ Der UN-Sozialausschuss hat dies in seinem Rechtskommentar zum Recht auf Nahrung aufgegriffen: „Als Teil ihrer Verpflichtung, die Ressourcenbasis des Volkes für Nahrungsmittel zu schützen, sollen die Vertragsstaaten geeignete Schritte unternehmen, um sicherzustellen, dass die Tätigkeiten des privaten Unternehmenssektors und der Zivilgesellschaft mit dem Recht auf Nahrung im Einklang stehen.“

Staaten haben die Pflichten, den Zugang zu angemessener Nahrung für ihre Bevölkerung zu schützen und zu gewährleisten und sie vor Übergriffen Dritter zu schützen. Dies gilt auch hinsichtlich der Gestaltung und des Beitritts zu internationalen Abkommen und ihrer nationalen Umsetzung.

Aufgrund der starken Bedrohung des ungehinderten Zugangs zu Saatgut für KleinbäuerInnen und SelbstversorgerInnen fordert FIAN die Anerkennung eines Menschenrechts auf Saatgut zur Verwirklichung des Menschenrechts auf Nahrung.
 

HEÑOI - Der Kampf um freies Saatgut in Paraguay

ein Film von FIAN Deutschland und FIAN Paraguay


Meldungen zum Jahresthema Klimagerechtigkeit

63 Treffer:
17.06.2019
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+++Neuer Flyer zum Download verfügbar+++

Klimawandel und Menschenrechte im Energiesektor Der Klimawandel bedroht das Menschenrechtauf Nahrung. Die Vereinten Nationen schätzen, dassbis zum Jahr 2080 rund 600 Millionen Menschenallein aufgrund des Klimawandels Hunger leidenwerden, wenn die Erderhitzung nicht gestoppt wird. Der Energiesektor ist mit 25% weltweit der größteeinzelne Verursacher von klimaschädlichen Treibhausgasen.Dies liegt vor allem an der Verbrennungfossiler Energieträger, also Kohle, Gas und Öl. Die Industriestaaten sind...

12.06.2019
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Vortrag "Klimaschutz braucht Menschenrechte" von Gertrud Falk

Im Juni finden in Bonn UN-Klimaverhandlungen statt. Auch wenn es sich dabei ‚nur‘ um Zwischenverhandlungen handelt, wollen wir das als Aufhänger für einen Vortrag nehmen. FIAN-Referentin Gertrud Falk wird einen Vortrag über unser Jahresthema ‚Klimaschutz braucht Menschenrechte‘ halten. Es ist unumstritten, dass sich das Klima der Erde in den letzten Jahrzehnten verändert hat und der globale Klimawandel eine ernsthafte Bedrohung für das Überleben der Menschheit und der Ökosysteme darstellt. Böden verlieren an...

12.06.2019
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FIAN als Sachverständige bei Bundestags-Anhörung

35. Sitzung des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung am 5. Juni Zur Anhörung zum Thema „Welternährung und Klimawandel“ war FIAN-Agrarreferent Roman Herre als Sachverständiger geladen. Seitens des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war er zuvor um eine schriftliche Stellungnahme gebeten worden. Die von FIAN Deutschland eingereichte Stellungnahme können Sie hier abrufen.In der Anhörung folgten die Ausschussmitglieder aller Fraktionen seinen Ausführungen sehr...

04.06.2019
klimawandelrohstoffabbauklimagerechtigkeit

FIAN unterstützt Offenen Brief zum Schutz des Hambacher Waldes und der umliegenden Dörfer

Die Proteste gegen die Zerstörung des Hambacher Waldes, die Fridays for Future-Bewegung sowie die EU-Wahlen haben gezeigt, dass die Bevölkerung eine nachhaltige Politik zum Schutz unseres Klimas fordert.Trotz des Wissens um die zerstörerische Wirkung der Kohleverstromung für den Klimawandel baggert RWE weiterhin Braunkohle in der Umgebung des Hambacher Waldes ab.40 Organisationen, darunter der BUND, Greenpeace und FIAN Deutschland, fordern nun in einem Offenen Brief an die NRW-Landesregierung einen vorläufigen...

30.04.2019
klimawandelklimagerechtigkeitmenschenrechte

"Population Growth: Its Challenges and Possible Solutions"

Podiumsdiskussion mit FIAN-Referentin Gertrud Falk >>Weitere Informationen finden sie auf der Webseite der Universität Hamburg. >>Einladung als pdf-Download.

29.04.2019
klimawandelklimagerechtigkeit

Jetzt zum Nachhören: Webinar "Klimaklage gegen RWE - Durchbruch zu mehr Klimagerechtigkeit"

Unternehmen wie RWE, die große Mengen Treibhausgase ausstoßen, können grundsätzlich für ihren Anteil an der Verursachung klimabedingter Schäden zur Verantwortung gezogen werden. Dies bestätigte das Oberlandesgericht Hamm am 30. November 2017 im Fall Saúl Luciano Lliuya gegen RWE mit der Entscheidung, in die Beweisaufnahme zu gehen. Schon während der mündlichen Verhandlung hatten die Richter*innen klar zu erkennen gegeben, dass Großemittenten wie RWE grundsätzlich gehalten sind, von Klimaschäden betroffene Menschen...

15.04.2019
klimawandelklimagerechtigkeitmenschenrechte

Flugblatt „FIAN Fokus“ zu Klimagerechtigkeit

Der nigerianische Umweltaktivist Nnimmo Bassey, Träger des Alternativen Nobelpreises und ehemaliger Vorsitzender von Friends of the Earth International, hat einen Beitrag zum FIAN-Jahresthema Klimagerechtigkeit verfasst. Bassey zufolge bedroht die globale Erwärmung eine Vielzahl von Menschenrechten und gefährdet das Überleben der Menschheit. Die Klimaverhandlungen und der Diskurs zum Klimawandel wären von Lobbyist*innen korrumpiert worden. Dies erkläre, weswegen die jüngste Klimakonferenz in Kattowitz nicht in...

26.03.2019
klimawandellandraubklimagerechtigkeit

Brasilien-ein Reisebericht

Informationen über den aktuellen Stand des Partnerschaftsprojekts, der Schule in Macacao im Nordosten Brasiliens, erhalten Sie von Mitgliedern Eine Welt Reifferscheid. Im Herbst letzten Jahres waren sie für einige Wochen dort zu Besuch. Sie werden von ihrer Reise mit persönlichen Eindrücken, Bildern und einem kurzen Film berichten. So bekommen Sie einen direkten Einblick n das Projekt und die aktuelle Situation vor Ort.Dabei geraten auch die veränderten politischen und wirtschaftliche Bedingungen in Brasilien und...

07.03.2019
klimawandelgeschlechtergerechtigkeitklimagerechtigkeit

Klimawandel und Agrarkonzerne bedrohen Rechte von Frauen im ländlichen Raum

Köln, 7. März 2019 ¬ Frauen in ländlichen Regionen gehören zu den Bevölkerungsgruppen, deren Menschenrechte durch den Klimawandel besonders stark bedroht sind, denn er verstärkt ungleiche Machtverhältnisse zu ihren Lasten. Gleichzeitig machen Agrarkonzerne durch kommerzielle Strategien zur Anpassung der Landwirtschaft an die Erderhitzung Frauen in ländlichen Regionen den Zugang zu den Grundlagen ihrer Ernährung streitig. Darauf macht die Menschenrechtsorganisation FIAN Deutschland aus Anlass des Internationalen...

22.02.2019
klimawandelklimagerechtigkeit

Noch 3 Plätze frei: Multi-Seminar "Klimawandel, Energiepolitik und das Menschenrecht auf Nahrung"

Der Klimawandel bedroht das Leben vieler Menschen und die Ökosysteme der Erde. Ernteausfälle aufgrund von Dürren oder Unwettern nehmen zu. Die Völkergemeinschaft hat Klimaschutz deswegen in die globalen Ziele für eine Nachhaltige Entwicklung aufgenommen und sich im Klimaschutzabkommen von Paris darauf geeinigt, die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C über dem vorindustriellem Niveau zu halten und möglichst auf 1,5°C zu begrenzen. Erstmals rufen die Staaten in diesem Abkommen dazu auf, bei Klimaschutzmaßnahmen...

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