
Die ostserbische Stadt Bor mit rund 40.000 Einwohner*innen ist seit Jahrzehnten vom Bergbau geprägt. Viele Familien sind auf die Landwirtschaft angewiesen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern und ihr Recht auf Nahrung zu verwirklichen. Die Region trägt die Hauptlast der Umweltverschmutzung, die mit den Aktivitäten von Tochterunternehmen des multinationalen Bergbaukonzerns Zijin Mining Group verbunden ist.
Flüsse, die früher die Landwirtschaft ermöglichten, sind heute stark verschmutzt oder wurden umgeleitet, um Platz für Abraumhalden und Bergbauabfälle zu schaffen. Dadurch wird die Lebensmittelproduktion erheblich beeinträchtigt. Bodenuntersuchungen eines staatlichen Instituts ergaben alarmierende Ergebnisse.
An 22 der 25 untersuchten Orte wurden krebserregende Stoffe festgestellt. Schwermetalle wie Arsen, Cadmium, Chrom, Nickel, Blei und Quecksilber lagern sich auf den umliegenden Flächen ab. Die Folgen sind sinkende Bodenfruchtbarkeit, Beeinträchtigungen der Tier- und Pflanzenwelt sowie hohe Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung. Damit wird das Recht auf Nahrung der Menschen in Bor ernsthaft gefährdet.
Trotz dieser Befunde wurden die betroffenen Gemeinden weder von der serbischen Regierung noch vom Unternehmen angemessen über die Risiken informiert. Viele Familien sind auf ihre Felder angewiesen, um Nahrung zu erzeugen und Einkommen zu erzielen. Ein Bewohner des nahegelegenen Dorfes Slatina berichtet, dass die Ernten kleiner werden und die Qualität abnimmt. Gleichzeitig fehlen klare Informationen über die Auswirkungen der Verschmutzung auf die landwirtschaftliche Produktion und Lebensmittelsicherheit.
Nach Angaben des serbischen Bergbauministeriums sind fast 90 Prozent des Gebiets von Bor von Explorations- und Abbaurechten für Mineralien erfasst, überwiegend im Besitz ausländischer Unternehmen. Dadurch schrumpfen die landwirtschaftlichen Flächen weiter. Für die lokalen Gemeinden stellt sich deshalb die drängende Frage, ob ihr Land künftig noch gesunde Lebensmittel hervorbringen kann. Die serbische Regierung muss den Schutz der Böden, welche die örtliche Bevölkerung ernähren, gewährleisten.
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