20 Jahre nach der ersten „Internationalen Konferenz über Agrarreform und ländliche Entwicklung“ (ICARRD) ist gerechter Zugang zu Land noch immer ein uneingelöstes Versprechen. Trotz wichtiger Fortschritte wie UNDRIP (2007), die Land-Leitlinien (VGGT, 2012) und UNDROP (2018) fehlt es an politischem Willen zur Umsetzung. Vielmehr hat die Landkonzentration in den letzten Dekaden weiter zugenommen, Ernährungsunsicherheit, Landenteignungen und Vertreibungen dauern an und verschärfen die Lage der ländlichen Bevölkerung noch weiter. Kleinbäuer*innen, und vor allem indigene Gemeinschaften und Frauen* sind davon in besonderer Weise betroffen. Vor diesem Hintergrund fand im Februar 2026 in Cartagena (Kolumbien) die Folgekonferenz ICARRD+20 statt. Vertreter*innen aus Politik, sozialen Bewegungen sowie indigenen, kleinbäuerlichen und afrodeszendeten Gemeinschaften aus über 100 Ländern diskutierten Wege zu umfassenden Agrarreformen und nachhaltiger ländlicher Entwicklung. Anlässlich des internationalen Tags des kleinbäuerlichen Widerstands sprechen wir mit unseren Referent*innen über die Ergebnisse der Konferenz und darüber, wie Landrechte und Agrarreformen international vorangebracht werden können.

Mit:
- Carlos da Silva Lima, Nationaler Koordinator der brasilianischen Landpastorale CPT
(Comissão Pastoral da Terra). CPT veröffentlicht jährlich ein Monitoring zu Landkonflikten in
Brasilien und war bei der ICARRD+20 Konferenz dabei. - Paula Gioia, bäuerliche Beauftragte für internationale Agrarpolitik, Arbeitsgemeinschaft
bäuerliche Landwirtschaft (AbL), und Teil der La Via Campesina Delegation auf der
ICARRD+20. - Wencke Müller-Rilke, Referentin für Land Governance, Bundesministerium für
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Sie war Teil der deutschen
Delegation bei der Konferenz.
Moderation:
- Tobias Lambert, Journalist und freier Autor.
Sprachen: Deutsch und Portugiesisch mit Simultanverdolmetschung

