„Es ist Zeit, das, was zerbrochen ist, wieder aufzubauen“
Genf · Köln · Berlin · Brüssel | 2.–18. März 2026
Vertreterinnen von FIAN Ecuador und dem ecuadorianischen Netzwerk Ländlicher Frauen (Red de Mujeres Rurales) gehen vom 2. bis 18. März 2026 auf eine gemeinsame Awareness- und Advocacy-Tour durch Europa. In Genf, Köln, Berlin und Brüssel bringen sie bäuerliche und feministische Perspektiven auf die aktuelle Situation in Ecuador in internationale Gremien, politische Debatten und zivilgesellschaftliche Räume ein.
Ana María Hernández ist Juristin und Fachreferentin von FIAN Ecuador. FIAN ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, die mit beratendem Status bei den Vereinten Nationen für die Durchsetzung des Rechts auf Nahrung arbeitet. FIAN begleitet in Ecuador bäuerliche Organisationen in ihren Kämpfen um Zugang zu Land, Wasser und angemessene Ernährung.
Raquel Silva ist Reisbäuerin aus der Provinz Guayas, Vertreterin der bäuerlichen Organisation Unión Tierra y Vida und Mitglied des Red de Mujeres Rurales. Das Netzwerk ist eine landesweite Plattform von von indigenen, bäuerlichen, montubischen und afro-ecuadorianischen Frauenorganisationen und setzt sich für Ernährungssouveränität, Landrechte, Umweltgerechtigkeit und feministische Organisierung im ländlichen Raum ein.
Ecuador: Menschenrechte in der Krise – die EU und Deutschland tragen Verantwortung
Ecuador befindet sich in einer tiefgreifenden institutionellen, sicherheitspolitischen und menschenrechtlichen Krise, die sich seit 2023 deutlich verschärft hat. Eine umfassende Offensive zur Einschränkung des zivilgesellschaftlichen Handlungsspielraums, die zunehmende Kriminalisierung von Menschenrechtsverteidiger*innen und Angriffe auf Journalist*innen, die Verstärkung der Militarisierung und Repression, demokratische Rückschritte, juristische Schikanen sowie institutionelle Schwächungen sind Ausdruck dieser Krise. Sie stehen im Zusammenhang mit dem Wachstum illegaler Ökonomien und der Verflechtung von Staat und organisierter Kriminalität. Gleichzeitig sind die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten seit dem Inkrafttreten des EU-Mehrparteien-Handelsabkommens die wichtigsten Handelspartner Ecuadors und tragen damit besondere Verantwortung für die menschenrechtlichen Auswirkungen von Handels-, Investitions- und Kooperationspolitik.
Ziele der Rundreise
- Sichtbarmachung der Menschenrechtssituation ländlicher Frauen im UN-Jahr der Bäuerinnen (2026) und im Kontext des Internationalen Frauen*kampftags (8.März)
- Vorstellung der Ergebnisse und Empfehlungen des Lageberichts zur Situation von Menschenrechtsverteidiger*innen in Ecuador
- Einfordern konkreter Schutzmaßnahmen und öffentlicher Unterstützung für kriminalisierte Personen
- Anprangerung von Menschenrechtsverletzungen durch das Agribusiness und Forderung nach der Einhaltung von Menschenrechtsklauseln in Handelsabkommen
- Kritik an europäischen Doppelstandards beim Export hochgefährlicher Pestizide und Stärkung internationaler Verantwortung von EU und Deutschland
- Hervorhebung der Agrarökologie als verbindende Praxis für Ernährungssouveränität, bäuerliche Rechte und Geschlechtergerechtigkeit
Die Rundreise wird begleitet von FIAN International und FIAN Deutschland und unterstützt von Partnerorganisationen wie Agiamondo, Misereor, FDCL und dem Europäischen Netzwerk EU-LAT.
Vorläufiger Überblick über Veranstaltungen
6. März, Genf: Side Event im UN-Menschenrechtsra zu Agrarreformen und den Ergebnissen der ICARRD+20, u.a. mit Michael Fakhri, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung
8. März, Köln: Teilnahme an Aktivitäten und Demo rund um den Internationalen Frauen*Kampftag
10. März, Köln: Infoabend: Einsatz für Land und Selbstbestimmung: Feministisch-bäuerliche Perspektiven auf die aktuelle Situation in Ecuador, Allerweltshaus Köln (19 Uhr)
11. März, Berlin: Podiumsgespräch: Lateinamerika im Aufwind des Autoritarismus – Stimmen des Widerstands aus Ecuador, Spore Initiative Berlin (19 Uhr)
17. März, Brüssel, Austausch: Aktuelle Situation in Ecuador und Möglichkeiten internationaler Solidarität, Rue de la Linière 11, St Gilles (17 Uhr)
Presseanfragen:
Die Gäste stehen Journalist*innen für Interviews und Hintergrundgespräche im Rahmen der Rundreise zur Verfügung. Anfragen bitte an m.henn@fian.de oder a.abascal@fian.de
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