Der deutsche Zementkonzern Heidelberg Materials AG plant den Bau einer Kalksteinmine und eines Zementwerks im Kendeng-Gebirge auf Zentraljava in Indonesien. Die Umsetzung dieser Pläne würde das fragile Ökosystem und die komplexen Wasserläufe des Gebirges massiv beeinträchtigen. Auf diese Wasserquellen sind die Anwohnenden für ihren täglichen Bedarf und die Produktion von Lebensmitteln angewiesen. Deshalb protestieren die Bewohner*innen des Gebirges seit über 10 Jahren gegen die Pläne des Unternehmens, das den wissenschaftlichen Daten zum Trotz an der Planung festhält.
FIAN begleitet und unterstützt die Bürger*innenbewegung der Anwohnenden JM-PPK (Netzwerk der Menschen, denen das Kendeng-Gebirge am Herzen liegt) seit einigen Jahren und setzt sich gemeinsam in einem internationalen Netzwerk mit weiteren Partnerorganisationen dafür ein, dass die Projektplanung gestoppt wird.
Die Natur des Kendeng-Gebirges
Zementabbau auf Kosten von Mensch und Umwelt
Das einzigartige Kendeng-Gebirge auf der indonesischen Insel Java ist eines der wichtigsten Karstökosysteme Südostasiens. Der deutsche Baustoffkonzern Heidelberg Materials plant über seine indonesischen Tochtergesellschaften PT Indocement und PTSMS ein großflächiges Kalksteinabbau- und Zementprojekt, das das sensible Ökosystem und seine Artenvielfalt bedroht.
Das Kendeng-Gebirge ist eine lebenswichtige Wasserspeicherlandschaft. Es versorgt Landwirtschaft und Bevölkerung mit sauberem Wasser und bildet die Existenzgrundlage für tausende Bäuerinnen und Bauern. Der industrielle Abbau von Kalkstein gefährdet diese sensiblen Ökosysteme irreversibel.
Widerstand der lokalen Bevölkerung
Seit vielen Jahren wehren sich lokale Gemeinschaften, insbesondere bäuerliche Familien und indigene Gruppen, gegen die Zementprojekte. Sie kritisieren:
die Zerstörung von Karstlandschaften und Wasserquellen
den Verlust landwirtschaftlicher Flächen
unzureichende oder intransparente Umweltverträglichkeitsprüfungen
fehlende freie, vorherige und informierte Zustimmung der betroffenen Bevölkerung
Besonders Frauen aus der Region sind zu einem Symbol des gewaltfreien Widerstands geworden. Ihr Protest macht deutlich: Es geht nicht nur um Umweltfragen, sondern um Menschenrechte, Ernährungssouveränität und demokratische Teilhabe.
Als multinationaler Konzern mit Sitz in Deutschland trägt Heidelberg Materials eine besondere Verantwortung. Internationale Standards wie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte sowie das deutsche Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz verpflichten Unternehmen dazu,
Menschenrechtsrisiken zu identifizieren und zu vermeiden
Umwelt- und Sozialfolgen ernsthaft zu prüfen
Betroffene Gemeinschaften aktiv einzubeziehen.
Bei der Durchführung des Projektes ist eine Vermeidung der schwerwiegenden Menschenrechtsrisiken nicht möglich. Deswegen fordert JM-PPK gemeinsam mit FIAN den Projektstopp.
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