Seit vielen Jahren übt die tansanische Regierung Druck auf die Maasai im Norden Tansanias aus, die ihre angestammten Gebiete zugunsten des Naturschutzes räumen sollen. Im Juni 2022 wurden in dem Gebiet Loliondo 1.500 km² Lebensraum der Maasai gewaltsam annektiert. Ein Projektpartner der deutschen Entwicklungsarbeit, die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF), war umfangreich an einem Flächennutzungsplan beteiligt, der die Annexion des Gebietes legitimiert hätte. Die Bundesregierung hat im Dezember 2023 bekannt gegeben, dass die Beteiligung an diesen Plänen im Ngorongoro-Distrikt eingestellt wurde.
Die ZGF ist seit vielen Jahren im Naturschutz auf dem Gebiet der Maasai im Norden Tansanias aktiv. Kritik der Maasai vor Ort wird immer wieder als Kritik weinger oder einzelner Personen abgetan. Im konkreten Fall der Annektion wurde arrgumentiert, man sei in den Konfliktgebieten Pololeti und NCA überhaupt nicht tätig. FIAN konnte jedoch nachweisen, dass die ZGF in einer zentralen Rolle an der Ausgestaltung eines Landnutzungsplanes (sog. „District Land Use Framework Plan“) für den Distrikt beteilgt war. Das Problem: der Plan, der FIAN vorliegt, sah vor, die illegal annektierten Gebiet als neue Trophäenjagdgebiete zu legalisieren und auch Gebiete der Maasai in der NCA den Nutzungsstatus für die Maasai zu entziehen.
Im finalen Vorschlag, auf dessen Titel auch das Logo der ZGF abgebildet ist (siehe Bild), heißt es im Dankeswort:
„Wir danken auch der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) im Serengeti-Ökosystem für die Beratung bei der Projektumsetzung unter der Leitung des ZGF-Länderdirektors Dr. Ezekiel Dembe und des ZGF-SEMA-Programmleiters Masegeri Tumbuya Rurai sowie den weiteren ZGF-Mitarbeitern für ihre logistische Unterstützung und die Mobilisierung der Finanzierung, die die Umsetzung des Plans ermöglicht haben.“ (eigene Hervorhebung)
(Originalzitat: „We are also grateful to the Frankfurt Zoological Society (FZS) in Serengeti ecosysteme for project implementation guidance under the FZS Country Director Dr. Ezekiel Dembe and the FZS SEMA Programme Manager Mr. Masegeri Tumbuya Rurai and other FZS staff for logistical support and mobilizing fund that facilitate completion of the plan preparation.“ (eigene Hervorhebung))
Nach massiver Kritik im Rahmen einer Delegationsreise sowie der Weiterleitung von Beschwerdebriefen an die Bundesregierung, entschied diese, die Finanzierung für diesen Prozess zu stoppen.

In der Antwort auf eine Schriftliche Frage im Bundestag heißt es wie folgt: „Nachdem die Ratsmitglieder des Ngorongoro District Council den Distrikt-Landnutzungsrahmenplan am 19. Mai 2023 mehrheitlich abgelehnt haben und es zudem Kritik von Menschenrechts- und Massaivertreterinnen und -vertretern an dem Plan gab, hat die Bundesregierung alle Aktivitäten des Projekts, die sich auf Landnutzungsplanung im Ngorongoro Distrikt bezogen, ab dem 01. Juni 2023 bis auf weiteres suspendiert.“

