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18.06.2015

Paraguay: Sawhoyamaxa mit Waffengewalt bedroht

Laut Bericht der paraguayischen Organisation Tierraviva hat am 17. Juni 2015 eine Gruppe bewaffneter Angestellter der Firma Roswell Company S.A. und Kansol. S.A. - Besitz des deutschen Heribert Roedels - Indigene der Gemeinschaft der Sawhoyamaxa angegriffen und den Sprecher der Gemeinschaft bedroht.Im Juni 2014 wurden die Ländereien zugunsten der Indigenen Gemeinschaft enteignet, womit der Rückübertragung rechtlich nichts mehr im Wege steht. Seit Anfang des Jahres 2015 verschärft sich die Situation der Sawhoyamaxa jedoch zunehmend.

Tierraviva berichtet, dass sechs stark bewaffnete Männer, begleitet von zwei Polizeibeamten, die Siedlung betraten. Als der indigene Anführer Carlos Mareco, in Begleitung mehrerer Indigenen, die Angestellten bat, ihr Territorium zu verlassen, zog ein Mann eine Pistole, mit der er auf den Kopf des Anführer zielte. Dies geschah vor Augen der anwesenden Polizeibeamten, die tatenlos zusahen und nicht einschritten.

Der Anwalt der Gemeinde, ein Mitarbeiter von Tierraviva, bat um sofortige Präsenz der Staatsanwaltschaft von Pozo Colorado vor Ort, um in dieser Konfliktsituation Schlimmeres zu verhindern. Bereits im April 2015 hatte das Dorf eine Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft eingereicht, nachdem Mitarbeiter der Firmen Roswell Company S.A. und Kansol S.A. in ihr Land eingedrungen waren.

Zu früheren Ereignissen siehe die Berichterstattung von FIAN