Das klingt selbstverständlich. Doch die Realität sieht anders aus. Regierungen ignorieren Menschenrechte, wenn sie in anderen Staaten Projekte durchführen oder fördern. Banken und Penisonskassen investieren in Projekte, die zu Menschenrechtsverletzungen und Umweltzterstörung führen. Unternehmen exportieren oder importieren Waren, die unter ausbeuterischen Bedingungen produziert wurden.

Dies trifft auch für die deutsche Regierung, in Deutschland ansässige Banken und Unternehmen zu. Ihr Handeln im Ausland führt immer wieder zu Hunger infolge von Landvertreibungen, zu Krankheit durch ungeschützten Kontakt mit Chemikalien, zu Wasserknappheit durch Rodungen oder Bergbau. Für die betroffenen Menschen ist es in der Regel schwer, sich dagegen zu wehren und Wiedergutmachung zu erlangen. Zum einen fehlen leicht zugängliche Beschwerdeverfahren. Zum anderen werden sie häufig bedroht und kriminalisiert, wenn sie Widerstand leisten.

Häufig lehnen Regierungen, Banken und Unternehmen Verantwortung für ihr Mitwirken an solchen Menschenrechtsverletzungen mit der Begründung ab, dass sie dies nicht beinflussen könnten. FIAN stellt dagegen immer wieder fest, dass sie es gar nicht versuchen. Regierungen sind dazu verpflichtet, Menschenrechte auch über ihre Staatsgrenzen hinaus zu respektieren und gegen Eingriffe von Unternehmen zu schützen. Und sie müssen Unternehmen in die Pflicht nehmen, menschenrechtliche Riskoanalysen durchzuführen, Präventionsmaßnahmen zu ergreifen und Wiedergutmachung zu leisten.

Um das unmissverständlich klar zu machen, erarbeitet der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen einen internationalen Pakt zu Wirtschaft und Menschenrechten. Die EU will ein Gesetz erlassen, nach dem Unternehmen zum Schutz von Menschenrechten und Umwelt in globalen Lieferketten verpflichtet werden. In Deutschland tritt 2023 das „Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz“ in Kraft, das große Unternehmen dazu verpflichtet sicherzustellen, dass in ihrer Wertschöpfungskette Menschenrechte respektiert werden und die Umwelt nicht geschädigt wird. FIAN unterstützt diese Vorhaben und fordert gemeinsam mit der Treaty Allianz sowie der Initiative Lieferkettengesetz, dass die Bundesregierung sich für wirksame Gesetze und Verfahren einsetzt, damit Menschenrechte, Umwelt und Klima nicht weiterhin dem Profit geopfert werden.

Online Seminare

Meldungen zum Thema Menschenrechte kennen keine Grenzen

5 Treffer:
ETOs lieferketten
04.05.2022

Aufzeichnung vom Webseminar: Ausbeutung in der Textilbranche – Was wir für das EU-Lieferkettengesetz lernen können

Hungerlöhne, Drohungen, Gesundheitsgefahren und sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz: Bei der Produktion unserer Kleidung sind Menschenrechtsverstöße bitterer Alltag. Ausbeuterische Arbeitsbedingungen gibt…

ETOs Klimagerechtigkeit Landwirtschaft lieferketten Rohstoffabbau
04.05.2022

Indigene Kämpfe für Klimagerechtigkeit und Menschenrechte – Aktivistinnen aus Brasilien berichten

Agrarkonzerne verdrängen indigene Gruppen aus ihren Lebensräumen in Brasilien. Geschützt vom Staat holzt die Agroindustrie Wälder ab, legen Plantagen an,…

Existenzsichernde Löhne Hunger Klimagerechtigkeit lieferketten Menschenrechte Rohstoffabbau
25.04.2022

EU-Lieferkettengesetz

Jetzt Online-Petition unterschreiben!
ETOs Klimagerechtigkeit lieferketten Menschenrechte Rohstoffabbau
20.04.2022

Pressemitteilung: Neun Jahre Rana Plaza – Breites Bündnis der Zivilgesellschaft fordert europaweites Lieferkettengesetz

Berlin, 20.04.2022. Die Europäische Union muss Unternehmen in allen EU-Ländern dazu verpflichten, Menschenrechte und Umwelt in ihren Lieferketten zu schützen.…

ETOs lieferketten
12.04.2022

Schluss mit der Ausbeutung! – Was Lieferkettengesetze bewirken können

Öffentliche Auftaktveranstaltung zum neuen FIAN-Jahresthema „Menschenrechte kennen keine Grenzen“ mit Christian Wimberger (Christliche Initiative Romero) und Gertrud Falk (FIAN-Referentin). In…