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FIAN Deutschland
FIAN DeutschlandMit Menschenrechten gegen den Hunger

Kriminalisierung: Eine neue Form der Verfolgung von MenschenrechtsverteidigerInnen

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Die Kriminalisierung sozialer Bewegungen und MenschenrechtsverteidigerInnen, wie auch die Gewaltausübung gegenüber marginalisierter ländlicher Gruppen insgesamt, hat im Süden dramatische Ausmaße angenommen. Dies steht im Zusammenhang mit dem Phänomen des Landgrabbing und einem ressourcenintensiven Entwicklungsmodell. Beispiele für dieses Entwicklungsmodell sind der Abbau von Rohstoffen wie Kohle und anderen Mineralien, Wasserkraftwerke und Monokulturen. Vor allem MenschenrechtlerInnen, die das Recht auf Nahrung einfordern, indem sie den gemeinschaftlichen Zugang zu Land und Wasser verteidigen, sehen sich immer mehr der Gefahr der Kriminalisierung ausgesetzt.

Der Begriff Kriminalisierung bezeichnet eine ganze Bandbreite von Formen der Verfolgung. Darunter fallen Bedrohungen, Verunglimpfungen, willkürliche Verhaftungen oder Verschleppungen, sowie die kategoriale Gleichsetzung von MenschenrechtsverteidigerInnen mit Terroristen. Somit geht Kriminalisierung auch immer mit der Einschränkung bzw. Unterdrückung demokratischer Grundrechte einher.

Justiz wie auch die Presse können gegebenenfalls eine zentrale Rolle in der Verfolgung von Menschenrechtsverteidigerinnen spielen. So wurden in vielen lateinamerikanischen Ländern strafrechtliche Reformen durchgeführt, um öffentliche Proteste, wie Demonstrationen, Blockaden und Landbesetzungen – Strategien, um elementare Menschenrechte einzufordern – strafrechtlich zu verfolgen.

FIAN Deutschland begleitet diese Entwicklungen aufmerksam und kritisch, veröffentlicht Fälle von Kriminalisierung und fordert die Respektierung der Menschenrechte der Betroffenen. Denn die Schaffung von öffentlicher Aufmerksamkeit ist oft der einzige Schutzmechanismus gegen willkürliche Kriminalisierungen.

Materialien zum Thema Kriminalisierung


|Factsheet: Ecuador: Kriminalisierung sozialer Proteste

|Factsheet: Das Massaker von Marina Kue (Curuguaty)|

      >>Weitere Publikationen finden Sie in unserem Shop.

Meldungen zum Thema Kriminalisierung

37 Treffer:
12.05.2020
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Jetzt online: Dokumentation „Uganda - Bauern kämpfen um ihr Land“ zu FIAN-Fall

Die Dokumentation „Bitterer Kaffee – Uganda: Bauern kämpfen um ihr Land“ des Filmemachers Michael Enger, die der TV-Sender Phoenix in der letzten Woche ausgestrahlt hat, ist jetzt online: https://youtu.be/9v89adptaN4 FIAN begleitet den Fall seit 19 Jahren und fordert von der Kaffee Neumann Gruppe und der ugandischen Regierung eine angemessene Entschädigung für die Opfer. Im August 2001 hatte die ugandische Armee mehr als 4.000 Menschen aus vier Dörfern vertrieben, weil die Regierung deren Land an die Kaweri...

06.05.2020
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Kambodscha: Prekäre Arbeitsmigration im Zuge von Verschuldung durch Mikrokredite

Die kambodschanische Menschenrechtsorganisation LICADHO, langjähriger Partner von FIAN, veröffentlicht einen Bericht und ein Video über den Zusammenhang zwischen der exzessiven Vergabe von Mikrokrediten und transnationaler Migration. Mehr als zwei Millionen Kambodschaner*innen sind durch Mikro- und Kleinkredite verschuldet. Ihre Schulden veranlassen viele Kambodschaner*innen, ins Ausland zu migrieren, wo sie zum Teil unter prekären Bedingungen arbeiten, um die Rückzahlung der Darlehen zu sichern. Auch die...

05.05.2020
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Guinea: Bauxitabbau führt zu Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen

Deutschland importiert Bauxit vor allem für den Aluminium-Bedarf der Autoindustrie. 80% des Rohstoffs kommen aus dem westafrikanischen Land Guinea. Gemeinden vor Ort berichten über Landverlust, versiegende Wasserquellen und Gesundheitsschäden. Der UN-Sozialausschuss fordert das Land auf, die Rechte der örtlichen Bevölkerung zu schützen. Im September 2016 hat die guineische Regierung internationale Kredite von insgesamt 823 Mio. US $ für die Erweiterung des Bauxitabbaus erhalten. Vom deutschen Staat wurde eine...

04.05.2020
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Kambodscha: Überschuldung durch exzessive Vergabe von Mikrokrediten

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04.05.2020
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Online-Seminar: "Wasser und die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen"

In der Agenda 2030 und den Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) haben sich die Staaten der Welt die Vision gesetzt, bis zum Jahr 2030 allen Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen und gleichzeitig die natürliche Umwelt und das Klima zu schützen. Neben der Überwindung von Armut und Hunger oder der Verringerung von Ungleichheiten haben sie sich auch das zentrale Ziel gesetzt, alle Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und ihnen Zugang zu hygienischer Sanitärversorgung...

29.04.2020
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Corona-Krise in Kambodscha: Überschuldung durch Mikrokredite führt zu Landlosigkeit und Hunger

Zinssatz von 18 % / Forderungen auch an KfW Förderbank und Entwicklungsministerium BMZ In Kambodscha droht die vom boomenden Mikrofinanzsektor verursachte Überschuldungskrise sich durch die Covid-19-Pandemie zu einem Desaster für arme Menschen auszuweiten. 134 zivilgesellschaftliche Gruppen aus Kambodscha – darunter Gewerkschaften, Bauernverbände, Basisgemeinden und Menschenrechtsorganisationen – warnen in einer gemeinsamen Erklärung vor einer sich anbahnenden „Enteignungskrise“. Über 2,5 Millionen...

28.04.2020
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Überall auf der Welt gilt COVID19 für ältere Menschen als besonders riskant. In der sogenannten grauen Zone der Ukraine ist diese Situation noch weiter verschärft. Die graue Zone, das ist der Streifen auf beiden Seiten der sogenannten Kontaktlinie, die in der Ukraine das von der Regierung kontrollierte Gebiet von den Separatistengebieten in Donezk und Lugansk trennt. Hier gibt es einen überproportionalen Anteil älterer Menschen über 60 Jahren, der in isolierten Dörfern über 40 % ausmachen kann. Auch der Konflikt...

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Angesichts der weltweiten Krisenlage weisen Expert*innen der Vereinten Nationen auf die Bedeutung eines verlässlichen Zugangs zu Wasser für die Bekämpfung des Coronavirus hin. Die Regierungen müssen einen sicheren Zugang zu Wasser gewährleisten – besonders für Bevölkerungsgruppen, die unter prekären Bedingungen leben. Die globalen Anstrengungen, die zurzeit gegen die Ausbreitung des Virus unternommen werden, haben wenig Aussicht auf Erfolg, wenn 2,2 Milliarden Menschen weiterhin keinen Zugang zu sauberem Wasser...

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