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FIAN Deutschland
FIAN DeutschlandMit Menschenrechten gegen den Hunger

Kriminalisierung: Eine neue Form der Verfolgung von MenschenrechtsverteidigerInnen

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Die Kriminalisierung sozialer Bewegungen und MenschenrechtsverteidigerInnen, wie auch die Gewaltausübung gegenüber marginalisierter ländlicher Gruppen insgesamt, hat im Süden dramatische Ausmaße angenommen. Dies steht im Zusammenhang mit dem Phänomen des Landgrabbing und einem ressourcenintensiven Entwicklungsmodell. Beispiele für dieses Entwicklungsmodell sind der Abbau von Rohstoffen wie Kohle und anderen Mineralien, Wasserkraftwerke und Monokulturen. Vor allem MenschenrechtlerInnen, die das Recht auf Nahrung einfordern, indem sie den gemeinschaftlichen Zugang zu Land und Wasser verteidigen, sehen sich immer mehr der Gefahr der Kriminalisierung ausgesetzt.

Der Begriff Kriminalisierung bezeichnet eine ganze Bandbreite von Formen der Verfolgung. Darunter fallen Bedrohungen, Verunglimpfungen, willkürliche Verhaftungen oder Verschleppungen, sowie die kategoriale Gleichsetzung von MenschenrechtsverteidigerInnen mit Terroristen. Somit geht Kriminalisierung auch immer mit der Einschränkung bzw. Unterdrückung demokratischer Grundrechte einher.

Justiz wie auch die Presse können gegebenenfalls eine zentrale Rolle in der Verfolgung von Menschenrechtsverteidigerinnen spielen. So wurden in vielen lateinamerikanischen Ländern strafrechtliche Reformen durchgeführt, um öffentliche Proteste, wie Demonstrationen, Blockaden und Landbesetzungen – Strategien, um elementare Menschenrechte einzufordern – strafrechtlich zu verfolgen.

FIAN Deutschland begleitet diese Entwicklungen aufmerksam und kritisch, veröffentlicht Fälle von Kriminalisierung und fordert die Respektierung der Menschenrechte der Betroffenen. Denn die Schaffung von öffentlicher Aufmerksamkeit ist oft der einzige Schutzmechanismus gegen willkürliche Kriminalisierungen.

Materialien zum Thema Kriminalisierung


|Factsheet: Ecuador: Kriminalisierung sozialer Proteste

|Factsheet: Das Massaker von Marina Kue (Curuguaty)|

      >>Weitere Publikationen finden Sie in unserem Shop.

Meldungen zum Thema Kriminalisierung

31 Treffer:
04.05.2020
kleinbauernrechterecht auf nahrungmangelernährungkriminalisierungklimagerechtigkeit

Webinar: Wasser und die Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen

In der Agenda 2030 und den Zielen für Nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) haben sich die Staaten der Welt die Vision gesetzt, bis zum Jahr 2030 allen Menschen ein besseres Leben zu ermöglichen und gleichzeitig die natürliche Umwelt und das Klima zu schützen. Neben der Überwindung von Armut und Hunger oder der Verringerung von Ungleichheiten haben sie sich auch das zentrale Ziel gesetzt, alle Menschen mit sauberem Trinkwasser zu versorgen und ihnen Zugang zu hygienischer Sanitärversorgung...

25.03.2020
kleinbauernrechteklimawandelrecht auf nahrungkriminalisierungklimagerechtigkeit

Um Coronavirus zu stoppen, benötigen vulnerable Bevölkerungsgruppen Zugang zu sauberem Wasser

Angesichts der weltweiten Krisenlage weisen Expert*innen der Vereinten Nationen auf die Bedeutung eines verlässlichen Zugangs zu Wasser für die Bekämpfung des Coronavirus hin. Die Regierungen müssen einen sicheren Zugang zu Wasser gewährleisten – besonders für Bevölkerungsgruppen, die unter prekären Bedingungen leben. Die globalen Anstrengungen, die zurzeit gegen die Ausbreitung des Virus unternommen werden, haben wenig Aussicht auf Erfolg, wenn 2,2 Milliarden Menschen weiterhin keinen Zugang zu sauberem Wasser...

24.03.2020
kleinbauernrechtelandgrabbingklimawandellandwirtschaftlandraub

Indigene: Kein Land, keine Nahrung, kein Leben

Brasilianische Regierung setzt Lieferung von Grundnahrungsmitteln für indigene Gemeinden aus Die brasilianische Regierung hat beschlossen, die Lieferung von Grundnahrungsmitteln an Gemeinden der Guarani-Kaiowá im Bundesstaat Mato Grosso do Sul einzustellen. Die Regierung begründet den Schritt damit, dass an Menschen, die „illegal Land besetzen“, keine Nahrungsmittel geliefert werden sollen. Tatsächlich jedoch ist die Regierung ihrer verfassungsgemäßen Pflicht, die seit Generationen von Indigenen bewohnten Gebiete...

06.01.2020
kleinbauernrechterohstoffabbaulandgrabbinghungerlandraub

Der Fall POSCO: Landkonflikte und Umweltschäden

Im ostindischen Bundesstaat Odisha sorgt der Fall POSCO für anhaltende Menschenrechtsverletzungen. Landkonflikte und Umweltschäden entziehen mehr als 20.000 Betroffenen ihre Lebensgrundlage. FIAN fordert, das Land den Bewohner*innen unverzüglich zurückzugeben. Lesen Sie hierzu einen Artikel aus dem aktuellen FoodFirst-Magazin. Der Fall POSCO beginnt im Jahr 2005, als das südkoreanische Stahlunternehmen POSCO ein Milliarden-Projekt mit der indischen Regierung aushandelte. 5.000 Hektar Land- und Waldflächen wurden...

04.04.2019
kriminalisierung

94 Tage Regierung Jair Messias Bolsonaro & Co. |Eine erste Bilanz

Referat und Diskussion Brasiliens Gesellschaft hat bewegte Zeiten hinter sich: Fußball-WM 2014 und Olympische Sommerspiele 2016, Sturz der PT-Regierung, Rückkehr der Reaktion an die Macht, Wahl eines Ex-Militärs und Anti-Demokraten zum Präsidenten.Die Arbeiterpartei PT konnte mit ihren Präsidenten zahlreiche soziale Ungerechtigkeiten ausgleichen – Bolsonaro setzt auf Ausgrenzung, Diskriminierung,Rassismus und Sexismus. Programm als pdf downloaden.

07.02.2019
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Kolumbien: Menschenrechtsverteidiger*innen schützen. Friedensgespräche müssen fortgesetzt werden.

Bundespräsident Steinmeier soll sich auf Reise für die Fortsetzung des Dialogs mit der Guerilla-Gruppe ELN und für Schutz von Menschenrechtsverteidiger*innen einsetzen Berlin/Freiburg, 07.02.2019 | Die Regierung Kolumbiens und die Guerilla-Gruppe ELN müssen an den Verhandlungstisch zurückkehren, fordern deutsche Hilfswerke und Menschenrechtsorganisationen anlässlich der Reise von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. „Wir verurteilen den Bombenanschlag auf die Polizeiakademie in Bogotá. Unsere Solidarität und...

26.11.2018
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Gemeinsame Stellungnahme deutscher Nichtregierungsorganisationen zum Fall Berta Cáceres

Aufgrund der Ungereimtheiten und klaren Verstöße gegen die Rechte der Opfer auf Informationen während der Ermittlungen im Mordfall der honduranischen Umwelt- und Indigenen-Aktivistin Berta Cáceres, sind deutsche NROs, unter anderen FIAN, besorgt über den möglichen Mangel an Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit während des Prozesses. Die unterzeichnenden Organisationen fordern die deutsche Botschaft in Honduras auf, ihre Beobachterrolle durch die Anwesenheit des Botschafters an der Verhandlung zu...

15.10.2018
landgrabbingmubendekriminalisierung

„Junge Welt“ interviewt den Sprecher der Vertriebenen der Kaweri-Kaffeeplantage

Landverteibung in Mubende- ein Gespräch mit Peter Kayiira Ende September 2018 wurde Deutschlands Menschenrechtspolitik vom UN-Sozialausschuss geprüft. Im Rahmen dessen hat FIAN Peter Kayiira, Sprecher der ca. 4.000 vertriebenen DorfbewohnerInnen in Mubende (Uganda), eingeladen in Genf ihren Fall zu präsentieren. Im Interview mit der „Junge Welt“ erklärt er was vor 17 Jahren in seinem Dorf passierte als die Hamburger Neumann Kaffee Gruppe eine über 2.500 Hektar große Kaffeeplantage anlegte. Hier der Link zum...

09.08.2018
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Freilassung der 11 Bauern von Curuguaty sechs Jahre nach der gewaltsamen Niederschlagung des Protests

Am 26. Juli 2018 hat die Strafkammer des Obersten Gerichtshofes von Paraguay die Verurteilung der elf Bauern im Fall Curuguaty aufgehoben. Der Freispruch der Angeklagten wurde mit fehlerhaften Ermittlungen seitens der Staatsanwaltschaft begründet. Gegenwärtig sind noch vier Bauern inhaftiert, die aufgrund des Urteils entlassen werden müssen. Menschenrechts- und andere Organisationen begrüßen das Urteil als historische Entscheidung.Am 11. Juli 2016 wurden elf LandarbeiterInnen zu Haftstrafen zwischen vier und 30...

23.11.2017
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Hamburg: Indigene Lebensgestaltung – Gestión Territorial Indígena (Volker von Bremen)

In fast allen Ländern Lateinamerikas sind Landrechte indigener Völker und Gemeinschaften gesetzlich anerkannt.Dennoch müssen viele über Jahre und Jahrzehnte erfahren, dass diese Gesetze nicht umgesetzt werden. Selbst jene, die über Landrechtstitel verfügen, sind mit sich ständig wiederholender Bedrohung ihrer Territorien und entsprechenden Auswirkungen auf ihre Lebensgestaltung konfrontiert. Der Hunger nach Ausbeutung natürlicher Ressourcen macht auch vor anerkannten indigenen Territorien nicht halt. Anhand von...

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