FIAN Deutschland
FIAN DeutschlandMit Menschenrechten gegen den Hunger

Landgrabbing: Investitionen in den Hunger

Landgrabbing (Landraub oder Landnahme) bezeichnet eine Entwicklung der letzten Jahre, in der sich internationale Agrarkonzerne, Banken oder Pensionskassen und nationale Eliten Landflächen von tausenden bis über eine Millionen Hektar Land sichern. Globale Schätzungen sprechen von etwa 50 Millionen bis 220 Millionen Hektar Land. Zum Vergleich: Die gesamte EU hat etwa 180 Millionen Hektar Ackerland.

So wurde ländlichen Gemeinden in den letzten Jahren regelrecht der Boden unter den Füßen weggezogen, die Möglichkeit Nahrung für sich selbst und den Verkauf anzubauen genommen und damit das Menschenrecht auf Nahrung verletzt. In hunderten Fallstudien wurden mittlerweile diese negative Auswirkungen und Menschenrechtsverletzungen dokumentiert (siehe unseren Fall in Mubende/Uganda).

Kambodscha ist ein trauriger Hot Spot des Landgrabbings. Über zwei Millionen Hektar Land wurden in wenigen Jahren als sogenannte Economic Land Concessions an Investoren vergeben. Das entspricht über der Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche Kambodschas. Laut Menschenrechtsorganisationen vor Ort sind mindestens 600.000 Menschen negativ von Landkonflikten betroffen.

Regierung und Investoren versuchen Landnahmen als Strategien der Armutsbekämpfung und Entwicklung des ländlichen Raums zu verkaufen. Fakt ist jedoch, dass neben massiven Menschenrechtsverletzungen wie brutalen Vertreibungen oder Zerstörungen von Reisfeldern auf den neuen Megaplantagen sehr viel weniger Menschen Arbeit finden als vorher in den bäuerlichen Strukturen. Viele Betroffene sind gezwungen in die wachsenden Slums der Städte abzuwandern und dort tagtäglich ums Überleben zu kämpfen.

Die Konzentration von Land in den Händen weniger Eliten und Konzerne wächst rasant an. FIAN benennt die Verantwortlichen, auch hier in Deutschland und der EU (Siehe Artikel Kambodscha/EBA) und unterstützt die Betroffenen dabei, ihre Rechte einzufordern.

 

Materialien zum Thema Landgrabbing


|Broschüre: Landgrabbing und Menschenrechte – Die Rolle von EU-Akteuren im Ausland|

|Flyer: Hands on the Land|

|Broschüre: Landkonzentration, Landgrabbing und der Widerstand in Europa|

|Infografik: Entwicklungshilfe durch Investmentfonds?|

|Broschüre: Agrarkonzerne und Finanzindustrie|

|Flyer: Land Grabbing: Wenn Land zum Renditeobjekt wird|

|Video:Gewaltsame Vertreibung von ASOMAC|

|Video:Stopp Landgrabbing für Rendite!|

|Video: Pensionskassen greifen nach Land|

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Meldungen zum Thema Landgrabbing

139 Treffer:
13.10.2014
landgrabbingjahresthema 2015

Landgrabbing: Deutsche Anleger in Sambia

„Stopp Landgrabbing für Rendite“: Gespräche zu Investitionen der Entwicklungszusammenarbeit in Sambia Anfang 2013 stieß FIAN im Zuge einer Recherche auf eine Großinvestition der DEG (Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft, Teil der KfW-Bankengruppe) in einen der größten Agrar- und Ernährungskonzerne des südlichen Afrikas, Zambeef aus Sambia. Dieser Konzern hat in wenigen Jahren über 100.000 Hektar Land in Sambia aufgekauft. Darunter auch Mpongwe Farms, eine etwa 40.000 Hektar große Mega-Farm in einer...

13.10.2014
landgrabbing

Landgrabbing in Kambodscha

Neuer FIAN-Bericht hebt Anwendung der UN-Land-Leitlinien hervor Köln, 13. Oktober 2014. Im Vorfeld der 41. Sitzung des Welternährungsrates (CFS) vom 13. bis 18. Oktober in Rom betont FIAN Deutschland die zentrale Rolle des CFS bei der Überwachung (sog. Monitoring) der Umsetzung der UN-Land-Leitlinien*. Im Rahmen der „Hands off the Land“-Allianz hat FIAN nun einen Bericht zu Landgrabbing in Kambodscha veröffentlicht. Im Bericht werden Verletzungen des Rechts auf Nahrung dokumentiert. Daneben zeigt der Bericht auf,...

24.07.2014
landgrabbing

Kurzfilm zum Thema Landgrabbing

Zum Jahresthema "Stopp Landgrabbing für Rendite" präsentiert FIAN einen hochwertigen Animationsfilm zu Landraub mit Geldern von Pensionskassen. Er verdeutlicht mit ausdrucksstarken Bildern, welche menschenrechtlichen und ökologischen Folgen Landraub mit sich zieht. Besuchen Sie unseren Youtube-Kanal und engagieren Sie sich gemeinsam mit uns dafür, Landraub zu stoppen! Der Film wurde von der Agentur für Nachhaltigkeit "YOOL" konzipiert und produziert (http://www.yool.de)

20.06.2014
landgrabbinghungerlandraubbajo aguankriminalisierung

FIAN fordert ein Ende der Vertreibungen und der Gewalt im Bajo Aguan

Angesichts neuer Repressionen im Bajo Aguán (Honduras), fordern 17 internationale Organisationen und Netzwerke die sofortige Beendigung der Vertreibungen und der Gewalt gegenüber den Bauerngemeinden. Die internationale Verkündung gibt Folgendes bekannt: „Der gemeinsame Nenner, der die gewaltsamen Vertreibungen vom 21. Mai 2014 mit den zuvor dokumentierten Vorfällen über die Menschenrechtslage der Bauerngemeinden im Bajo Aguán verbindet, ist weiterhin derselbe: Anstatt eine tragbare und gerechte Lösung für die...

04.06.2014
landgrabbingmubende

Neuerscheinung: „Coffee to Go“

Die Folgen der Vertreibung zugunsten der Kaweri Coffee Plantation in Uganda: Eine menschenrechtliche Analyse Seit vielen Jahren unterstützt FIAN den friedlichen Widerstand einer kleinbäuerlichen Gemeinschaft in Uganda: Diese wurde 2001 gewaltsam von der ugandischen Armee vertrieben, um einer Kaffeeplantage der Neumann Kaffee Gruppe Platz zu machen. Eine nun veröffentlichte Studie rollt den Fall noch einmal mit vielen Hintergrundinformationen auf. Hier können Sie das Papier herunterladen oder brestellen.

29.05.2014
landgrabbing

FIAN weist Deutschen Ärztetag auf Landgrabbing mit Ärztepensionsgeldern hin

Anlässlich des 117. Deutschen Ärztetags in Düsseldorf mahnt FIAN die Umsetzung des Beschlusses zu ethischem Investment der ärztlichen Versorgungswerke an. Mit diesem Beschluss hatte der 113. Deutsche Ärztetag 2010 die Versorgungswerke der Ärzte aufgefordert, „Investitionen zur Absicherung des Deckungsstockes unter ethischen Gesichtspunkten vorzunehmen“. Die Versorgungswerke setzen diesen Beschluss jedoch unzureichend um. FIAN kritisiert, dass Ärtzeversorgungswerke Gelder auch in aktiv gemanagtes Agrarland anlegen....

27.05.2014
landgrabbinghungerlandraubsawhoyamaxa

Historischer Erfolg für indigene Völker Paraguays

Senat und Abgeordnetenhaus stimmen Enteignung des Landes zu Gunsten der Enxet-Indigenen von Sawhoyamaxa zu Am 24. April hat der Senat und am 21. Mai das Abgeordnetenhaus von Paraguay mehrheitlich dem Gesetz zur Enteignung von 14.000 Hektar Land zugunsten der Enxet-Indigenen von Sawhoyamaxa zugestimmt. Somit ist der Inhaber des Landtitels, der deutsche Großgrundbesitzer Roedel, per Gesetz dazu gezwungen, sein Land zu verkaufen. FIAN hat diesen Fall seit vielen Jahren aufmerksam begleitet und in einem Brief an beide...

15.04.2014
landgrabbinglandraubjahresthema 2015sambia

Studie zu Landgrabbing in Sambia: Deutsche Finanzinvestoren und Entwicklungshilfe beteiligen sich an der Jagd nach Land

Anlässlich des „Tag der Landlosen“ am kommenden Donnerstag weist die Menschenrechtsorganisation FIAN auf die problematische Rolle deutscher Entwicklungszusammenarbeit bei der Jagd nach Ackerland in Sambia hin. Auch private Investoren aus Deutschland spielen in dem südafrikanischen Land eine zentrale Rolle bei der Expansion von Megafarmen. Laut einer aktuellen Studie von FIAN finanziert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die zwei größten Agribusiness-Unternehmen in Sambia. Beide haben sich in den letzten...

01.04.2014
kleinbauernrechtelandgrabbinglandraubbajo aguan

Honduras: Ombudsmann der Weltbank legt Bericht zu Bajo Aguán vor

Der Ombudsmann (CAO) der Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC) hat einen Bericht vorgelegt, in dem er nicht nur Fehler des IFC-Managements offen legt, sondern auch die Verwicklung ihrer honduranischen Geschäftspartnerin, der Palmölfirma Corporación DINANT, in Menschenrechtsverletzungen im Bajo Aguán bestätigt. Organisationen der Zivilgesellschaft fordern nun von der Weltbank eine Suspendierung weiterer Auszahlungen. Seit 2010 gab es mehrere Berichte unabhängiger Menschenrechtsorganisationen...

11.03.2014
kleinbauernrechtelandgrabbinglandraubmubende

Kaweri-Fall in Uganda: Gerichtsakte verschwunden

Anwalt bemerkt Fehlen bei Forderung nach Kautionszurückzahlung Die Gerichtsakte zum Kaweri-Fall in Mubende/Uganda ist verschwunden. Das Verschwinden wurde bemerkt, als der Anwalt der Vertriebenen beim Hohen Gericht in Kampala die Rückzahlung der Kaution in Höhe von 20 Millionen Ugandischen Schilling (heutzutage umgerechnet 5.656 Euro) beantragt hatte. Wo sich die Akte jetzt befindet, ist vollkommen unklar. Auch eine Erklärung für das Verschwinden gibt es nicht. Zu Beginn des Gerichtsverfahrens im Jahr 2002 hatte...

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