Cookie Consent by TermsFeed
FIAN Deutschland
FIAN DeutschlandMit Menschenrechten gegen den Hunger

Hunger und die Zukunft der Welternährung

Laut Welternährungsorganisation FAO hungern weltweit 805,3 Millionen Menschen (kritische Bewertung der FAO-Zahlen hier). Die landläufige Debatte zur Hungerbekämpfung verengt sich unter den Schlagworten Produktivitäts- und Effizienzsteigerung gerne auf die Produktionsmengen von Nahrung.

Dabei hätte heute rein rechnerisch jeder Mensch auf der Welt 30 Prozent mehr zu Essen als noch vor 50 Jahren. Laut Welternährungsorganisation FAO könnten schon heute über zehn Milliarden Menschen ernährt werden. Hunger ist in erster Linie Ursache von Diskrimnierung spezifischer Bevölkerungsgruppen. Wer hungert? Die Hälfte aller Hungernden sind KleinbäuerInnen, 22 Prozent Landlose (Saisonarbeiter, Pächter...) und acht Prozent Indigene, Nomaden und Fischer (siehe Abbildung). 80 Prozent der Hungernden leben auf dem Land, 20 Prozent in städtischen  Gebieten, oft in Slums. 70 Prozent der Hungernden sind Frauen.

 

Warum? Hunger ist fast immer das Resultat von Marginalisierung und Diskriminierung – von Politikentscheidungen gegen diese Gruppen. Hungernden werden oft vielfach diskriminiert - politisch, gesellschaftlich, ökonomisch und geografisch (siehe den Fall der Sawhoyamaxa). Sie haben kaum Möglichkeiten, Einfluss auf Politikentscheidungen zu nehmen, werden im Alltagsleben ausgegrenzt (Frauen, Indigene…), wirtschaftlich benachteiligt und in Gebiete abgedrängt, in denen es besonders schwierig ist zu überleben: aus den Innenstädten in die Slums und von den fruchtbaren Äckern in Trockengebiete und Gegenden ohne ausreichend Zugang zu Wasser oder Infrastruktur.

Hungerbekämpfung, die wirkt

Hungerbekämpfung muss daher im Kern dieser Diskriminierung entgegenwirken. Entwicklungsstrategien müssen Hungernde und deren Lösungsansätze ins Zentrum stellen, Handelsabkommen müssen KleinbäuerInnen und KleinhändlerInnen schützen, schädliche Spekulation mit Nahrungsmitteln müssen verboten werden und Gerichte und Klagemöglichkeiten diesen Gruppen zugänglich sein, damit sie als Rechtsträger ihre Menschenrechte effektiv einklagen können. Eine Hungerbekämpfung basierend auf dem Menschenrecht auf Nahrung bedeutet ganz besonders, dass die Betroffenen von Hunger selbst mit an den Lösungen zur Hungerbekämpfung arbeiten müssen. Dafür setzt sich FIAN in seiner täglichen Arbeit ein.

Welternährungspolitik menschenrechtlich gestalten

FIAN International hat seit 1989 Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und nutzt diesen Status zum einen bei den Menschenrechtsinstitutionen in Genf, zum anderen bei der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO). FIAN ist aktiv im zivilgesellschaftlichen Mechanismus des Welternährungssicherungsrates (Committee on World Food Security). Dort setzen wir uns insbesondere für eine Stärkung des Menschenrechts auf Nahrung in der Welternährungspolitik und das Mitspracherecht der von Hunger und Unterernährung Betroffenen und ihrer Organisationen ein.

 

Materialien zum Thema Hunger


|Artikel: Die neuen Hungerzahlen der FAO – Licht und Schatten|

|Factsheet: 'Business Case' Hunger|

|Infoblatt Flexcrops|

|Factsheet: Hunger jenseits der Kalorien - mit Vielfalt gegen Mangelernährung|

|Factsheet: Hungerkrise menschengemacht|

|FoodFirst-Magazin 01/2019:Zahlenzauber- das zähe Ringen um eine menschenrechtsbasierte Messung von Hunger|

      >>Weitere Publikationen finden Sie in unserem Shop.

Meldungen zum Thema Hunger

107 Treffer:
18.06.2020
kleinbauernrechtelandwirtschafthungerrecht auf nahrungmangelernährung

Corona-Maßnahmen fördern einseitig industrielle Lebensmittelversorgung

Die Menschenrechtsorganisation FIAN legt ihren zweiten Bericht zu den Auswirkungen der COVID-Pandemie auf das Recht auf Nahrung vor. Der Report stützt sich auf Dutzende von Recherchen von Partnergruppen auf der ganzen Welt. Beleuchtet werden die Auswirkungen der Pandemie in über 30 Ländern. FIAN legt zweiten Bericht zu Corona und Welternährung vor. Aktuell mehren sich Zeichen, dass COVID die weltweite Ernährungslage gefährdet. Bis zu 70 Prozent der Bevölkerung in Ländern des Südens arbeiten in der...

04.06.2020
kleinbauernrechteklimawandelhungerlandwirtschaftmenschenrechte

Gutes Essen für alle

Dass trotz Corona bei uns kein Mangel herrscht, hat mit der Not im globalen Süden zu tun. Das ginge anders. Eine realistische Utopie von Kathrin Hartmann. Der Holzkahn tuckerte den trüben Fluss hinunter, vorbei an brackigen Wasserbecken, die sich bis zum wolkenverhangenen Horizont zogen. Dazwischen, auf den nackten Lehmdämmen, standen ärmliche Hütten. Upazila Paikgacha, Khulna District. Die Küstenregion im Südwesten von Bangladesch ist das Zentrum der Garnelenzucht. Auf einer Fläche der Größe Teneriffas werden...

03.06.2020
kleinbauernrechtelandgrabbinghungerrecht auf nahrungmangelernährung

Online-Seminar: Kinderarbeit für Schokolade – Wie könnte ein Lieferkettengesetz dagegen helfen?

Deutsche gehören zu den Weltmeistern im Schokoladenessen. Doch der süße Genuss hat einen bitteren Beigeschmack: Rund 2 Millionen Kinder ernten auf Kakaoplantagen in Westafrika unter ausbeuterischen Bedingungen den Kakao für die Schokolade. Ob Nestlé, Mars oder Ferrero – keiner der großen Schokoladenhersteller kann bisher ausschließen, dass in seinen Produkten Kinderarbeit steckt. Dabei hat die Schokoladenindustrie schon 2001 versprochen, die schlimmsten Formen der Kinderarbeit zu beenden. Was sind die Ursachen...

15.05.2020
kleinbauernrechtehungerrecht auf nahrungmangelernährungEcuador

Ecuador: Corona-Krise verschärft Situation im Agrarsektor

Die Ausbreitung von Covid-19 hat die Krise im Agrarsektor von Ecuador weiter verschärft. Hunger, Unterernährung und Armut weiten sich aus. Berichte aus zwei Gemeinden in der Provinz Guayas verdeutlichen den täglichen Kampf um den Zugang zu Nahrung. FIAN Ecuador hat Stimmen von Betroffenen gesammelt und fordert Hilfe für die ländlichen Gebiete. Schon zuvor hatte der UN-Sozialausschuss die ecuadorianische Regierung aufgefordert, die Bekämpfung von Unterernährung als nationale Priorität einzustufen. Ende April...

13.05.2020
kleinbauernrechteklimawandelhungerrecht auf nahrungmenschenrechte

Menschenrecht auf Wasser: Beitrag des UN-Sonderbeauftragten für FIAN-Jahresthema

Vor zehn Jahren hat die UN-Generalversammlung das Menschenrecht auf Wasser offiziell anerkannt. Der Menschenrechtsrat ernannte 2014 den Brasilianer Prof. Léo Heller zum zweiten UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Wasser und Sanitärversorgung. Léo Heller hat für das Jahresthema von FIAN Deutschland einen Beitrag zur Regulierung der Wasser- und Sanitärversorgung aus menschenrechtlicher Perspektive verfasst. Hierin erläutert er die wichtigsten staatlichen Pflichten, die sich aus dem Menschenrecht auf Wasser...

12.05.2020
kleinbauernrechtelandgrabbinghungerlandraubmubende

Jetzt online: Dokumentation „Uganda - Bauern kämpfen um ihr Land“ zu FIAN-Fall

Die Dokumentation „Bitterer Kaffee – Uganda: Bauern kämpfen um ihr Land“ des Filmemachers Michael Enger, die der TV-Sender Phoenix in der letzten Woche ausgestrahlt hat, ist jetzt online: https://youtu.be/9v89adptaN4 FIAN begleitet den Fall seit 19 Jahren und fordert von der Kaffee Neumann Gruppe und der ugandischen Regierung eine angemessene Entschädigung für die Opfer. Im August 2001 hatte die ugandische Armee mehr als 4.000 Menschen aus vier Dörfern vertrieben, weil die Regierung deren Land an die Kaweri...

06.05.2020
kleinbauernrechtelandgrabbinghungerlandraubrecht auf nahrung

Kambodscha: Prekäre Arbeitsmigration im Zuge von Verschuldung durch Mikrokredite

Die kambodschanische Menschenrechtsorganisation LICADHO, langjähriger Partner von FIAN, veröffentlicht einen Bericht und ein Video über den Zusammenhang zwischen der exzessiven Vergabe von Mikrokrediten und transnationaler Migration. Mehr als zwei Millionen Kambodschaner*innen sind durch Mikro- und Kleinkredite verschuldet. Ihre Schulden veranlassen viele Kambodschaner*innen, ins Ausland zu migrieren, wo sie zum Teil unter prekären Bedingungen arbeiten, um die Rückzahlung der Darlehen zu sichern. Auch die...

04.05.2020
kleinbauernrechtelandgrabbinghungerlandraubrecht auf nahrung

Kambodscha: Überschuldung durch exzessive Vergabe von Mikrokrediten

In Kambodscha ist der Mikrofinanzsektor im Lauf der letzten Jahre zu einer profitablen Multimilliarden-Dollar-Industrie herangewachsen. Mehr als zwei Millionen Kambodschaner*innen – rund 20 % der erwachsenen Bevölkerung – stehen derzeit bei auf Mikrofinanzdienstleistungen spezialisierten Kreditinstituten (Mikrofinanzinstitute, MFI) in der Kreide. FIAN veröffentlicht Video mit Interviews: https://youtu.be/D-ttfWUyJ70 In Folge der mangelnden Regulierung des Sektors, hoher Jahreszinssätze von bis zu 30 % (seit 2017...

30.04.2020
kleinbauernrechtelandgrabbinghungerlandraubrecht auf nahrung

Abschlussbericht der UN-Sonderberichterstatterin zum Recht auf Nahrung

Kritische Perspektive auf Ernährungssysteme, Nahrungskrisen und die Zukunft des Rechts auf Nahrung In ihrem abschließenden Bericht an den UN-Menschenrechtsrat blickt Dr. Hilal Elver auf ihre sechsjährige Tätigkeit als Sonderberichterstatterin für das Recht auf Nahrung zurück. Elver stellt fest: die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung ist und bleibt für viel zu viele Menschen weit entfernt. Das Ziel, bis zum Jahr 2030 Hunger und Mangelernährung auf Null zu reduzieren, sei jedoch noch erreichbar. Die Staaten...

29.04.2020
kleinbauernrechtelandgrabbinghungerrecht auf nahrungmangelernährung

Corona-Krise in Kambodscha: Überschuldung durch Mikrokredite führt zu Landlosigkeit und Hunger

Zinssatz von 18 % / Forderungen auch an KfW Förderbank und Entwicklungsministerium BMZ In Kambodscha droht die vom boomenden Mikrofinanzsektor verursachte Überschuldungskrise sich durch die Covid-19-Pandemie zu einem Desaster für arme Menschen auszuweiten. 134 zivilgesellschaftliche Gruppen aus Kambodscha – darunter Gewerkschaften, Bauernverbände, Basisgemeinden und Menschenrechtsorganisationen – warnen in einer gemeinsamen Erklärung vor einer sich anbahnenden „Enteignungskrise“. Über 2,5 Millionen...

Suchergebnisse 1 bis 10 von 107
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Thema