Menschenrecht auf Nahrung

Das Menschenrecht auf Nahrung gehört seit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 zu den anerkannten internationalen Menschenrechten. Das wichtigste internationale Rechtsdokument ist der Internationale Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte (UN-Sozialpakt).

In diesem Pakt ist sowohl das Recht, frei zu sein von Hunger, als auch das weitergehende Recht auf Nahrung als Teil eines angemessenen Lebensstandards verankert. Darüber hinaus weist das Recht auf Nahrung eine enge Verbindung zu anderen Rechten auf, wie dem Recht auf Wasser, auf Gesundheit, Wohnen oder einem existenzsichernden Einkommen.

2014 begeht die internationale Staatengemeinschaft das 10-jährige Jubiläum der Verabschiedung der FAO Leitlinien zum Recht auf Nahrung. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) ist die UN-Organisation, die Regierungen dabei unterstützt, das Recht auf Nahrung umzusetzen. Seit dem Jahr 2000 gibt es die Funktion des UN Sonderberichterstatter zum Recht auf Nahrung (Jean Ziegler 2000 – 2008, Olivier de Schutter 2008 – 2014, Hilal Elver 2014-2020). 2020 hat der UN Menschenrechtsrat Michael Fakhri als Sonderberichterstatterin ernannt.

Deutschlands menschenrechtliche Verpflichtungen

FIAN Deutschland fordert von der deutschen Politik strukturelle Veränderungen ein, die das Menschenrecht auf Nahrung weltweit verwirklichen. Wir stellen dabei die Frage nach den politischen Ursachen des mangelnden Zugangs zu Nahrung und ziehen daraus Schlussfolgerungen für die menschenrechtlichen Verpflichtungen der Staaten und der menschenrechtlichen Verantwortung von Unternehmen.

Im Zentrum steht dabei der rechtliche verpflichtende Charakter des Menschenrechts auf Nahrung. Als Teil des internationalen ETO Consortiums – for Human Rights beyond Borders arbeiten wir darauf hin, dass das Menschenrecht auf Nahrung auch für die deutsche Entwicklungs-, Handels- und Außenwirtschaftspolitik verbindlich und einklagbar wird.

Angesichts der zunehmenden Ernährungsunsicherheit in Deutschland fordern wir zudem einen menschenrechtlichen Ansatz in der Armutsbekämpfung ein sowie die Stärkung von Rechtswegen, wie zum Beispiel die Ratifizierung des Beschwerdeverfahrens zum UN-Sozialpakt durch Deutschland.

Zum Anlass des 10jährigen Jubiläums der FAO Leitlinien zum Recht auf Nahrung ruft FIAN mit dem folgenden Video auf, sich mit neuer Energie für die volle Realisierung des Rechts auf Nahrung einzusetzen.

Meldungen zum Thema Recht auf Nahrung

142 Treffer:
ETOs Menschenrechte Recht auf Nahrung
20.06.2022

FIAN Magazin: „Menschenrechte kennen keine Grenzen – Internationale Menschenrechts-Verpflichtungen“

Die Universalität ist ein Grundprinzip der Menschenrechte. Diese versteht sich im Sinne einer Allgemeingültigkeit, wonach der Anspruch erhoben wird, die Menschenrechte hätten überall für alle Menschen zu gelten. Dennoch interpretieren viele Staaten ihre menschenrechtlichen Verpflichtungen ausschließlich auf ihr eigenes Territorium beschränkt. Doch insbesondere in Zeiten internationaler Verflechtungen von Politik und der Globalisierung von Wirtschafts- und Handelsbeziehungen ist dieses Verständnis problematisch. Schließlich liegt der Ursprung von Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung häufig entfernt von dem Ort, an dem die Auswirkungen spürbar sind.
Hunger Landgrabbing Landwirtschaft Menschenrechte Recht auf Nahrung
20.05.2022

Pressemitteilung: Welternährung – Fehler der letzten Krise nicht wiederholen

Menschenrechtsorganisation FIAN kritisiert Initiative von G7 und Weltbank zu Ernährungssicherung Auf dem gestrigen Treffen der G7 Entwicklungsminister:innen in Berlin wurde…

Kleinbauernrechte Landwirtschaft Recht auf Nahrung
17.04.2022

Tag des bäuerlichen Widerstands: Strukturelle Hungerbekämpfung braucht Menschenrechte / „Deutschland muss UNDROP umsetzen“

Unter dem Motto „Frieden säen, Krieg beenden – Hunger, Biodiversitäts- und Klimakrise solidarisch beenden“ appellierten am 12. April verschiedene bäuerliche,…

Kaweri Kleinbauernrechte Mubende/Uganda Recht auf Nahrung
12.04.2022

„Bitterer Kaffee aus Uganda“: FIAN-Radiobeitrag zur Kaweri Coffee Plantation

Radio Köln sendete am 06. April um 20.00 Uhr einen Radiobeitrag der Lokalgruppe Rheinland zum Vertreibung zugunsten der Kaweri Coffee…

Landwirtschaft Recht auf Nahrung
12.04.2022

Frieden säen, Krieg beenden – Hunger, Biodiversitäts- und Klimakrise solidarisch stoppen

Gemeinsame Pressemitteilung zur Kundgebung vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Berlin, 12.04.2022.  „Die durch den Krieg in der Ukraine…

Kaiowa Landwirtschaft Menschenrechte Recht auf Nahrung Rohstoffabbau
05.04.2022

Brasilien: Gesetzesinitiativen bedrohen Indigenenrechte und Amazonas-Regenwald

Am 9. März billigte die Abgeordnetenkammer in Brasilien trotz massiver Proteste die dringliche Behandlung des umstrittenen Gesetzentwurfs PL 191, der…

Existenzsichernde Löhne Hunger Kleinbauernrechte Landwirtschaft Recht auf Nahrung
05.04.2022

Neues FoodFirst-Magazin: Koloniale Spuren im globalen Ernährungsregime

Der Handel mit Weizen, Reis und Gewürzen ist so alt wie die Migrationsgeschichte der Menschen. Der Kolonialismus hat das globale…

Kleinbauernrechte lieferketten Menschenrechte Recht auf Nahrung Recht auf Wasser
22.03.2022

„Menschenrechte grenzenlos“: Kein Freibrief für Konzerne

In unseren weltweiten Lieferketten werden täglich Menschenrechte verletzt. Für die über Landesgrenzen hinweg handelnden Unternehmen bleiben die Verstöße oft ohne…

Hunger Indien Recht auf Nahrung
21.03.2022

FIAN-Magazin: „Koloniale Nahrungssysteme – Der lange Schatten des Hungers“

Das aktuelle FoodFirst-Magazin befasst sich mit den Auswirkungen des Kolonialismus auf das globale Ernährungssystem Das FoodFirst-Magazin 1/2022 mit dem Schwerpunkt…

Kriminalisierung Menschenrechte Recht auf Nahrung
18.03.2022

Fünf Jahre Friedensvertrag in Kolumbien: Factsheets veröffentlicht

Trotz einiger Fortschritte ist die Gewalt in Kolumbien auch fünf Jahre nach Unterzeichnung des Friedensvertrages nicht beendet. In drei gemeinsam…